[44] Der in Europa Orang-utan genannte grosse Affe aus Borneo und Sumatra wird von den Malayen nie also, sondern Mias genannt.
[45] Die ersten Proben Guttapercha wurden 1843 von Singapore nach London durch Dr. D'Almeida gesandt, doch wird die Ehre der Einführung gewöhnlich Dr. Montgomery zugeschrieben, der dafür eine Prämie erhielt, obgleich seine Sendung später eintraf. Bei gewöhnlicher Temperatur lederartig zähe, bei 56° R. knetbar, in Wasser, Alkohol, Säuren, Alkalien u. s. w. unlöslich, fand sie schnell grosse Verwendung, namentlich in der Telegraphie, da sie von allen bekannten Körpern das grösste Isolationsvermögen besitzt. Leider verändert sie sich, der Luft ausgesetzt, in einen sehr spröden Körper, der rissig wird, Wasser durchlässt und dann nicht mehr isolirt. In Singapore war die Substanz unter dem Namen gitta-taban bekannt, und diente zur Anfertigung von Peitschen, Eimern und allerlei Hausrath; durch Versehen erhielt sie in Europa den Namen Gutta-percha (pertja), womit man in Singapore ursprünglich ein ähnliches, aber schlechteres Produkt bezeichnete. Die Tabanbäume (Isonandra gutta) waren bei der plötzlich gesteigerten Nachfrage nach dem Stoff in den Wäldern von Singapore schnell ausgerottet, da man den ganzen Baum fällen muss, um den Saft zu erhalten. Nach Singapore wurden die Wälder der Malayischen Halbinsel und der benachbarten Inseln Sumatra und Borneo in Angriff genommen. Die Vernichtung der Guttabäume muss sehr beträchtlich sein, da ein grosser Baum höchstens 10–15 ℔ des Saftes liefert; dennoch ist nur vorübergehender Mangel, nicht gänzliche Ausrottung derselben zu fürchten, da nach v. Gaffron, Resident in Borneo, (Natuurk. Tydsch. XVI. 224) der Baum, den es nicht lohnt, vor dem 30sten Jahre zu fällen, schon vom 15ten Jahre an leicht keimenden Samen trägt. Auch in Borneo sind die Versuche, den Saft durch Anbohren zu gewinnen, misslungen; er verdickt sich in diesem Fall so schnell, dass man fast nichts erhält, klopft man die Rinde, so bekommt man etwas mehr (etwa 1 Katti), aber der Baum geht dann eben so sicher zu Grunde als wäre er gefällt worden. Die in mehreren technologischen Büchern enthaltene Angabe, dass gegenwärtig durch Einschreiten der „Guttapercha-Kompanie” die Gutta durch blosses Anzapfen gewonnen werde, beruht wohl auf einem Irrthum. Selbst wenn der Ertrag der angezapften Bäume nicht ganz so ungünstig wäre, würde es schwerlich gelingen, die sorglosen Eingebornen zur Schonung der im Walde zerstreuten Bäume aus Rücksicht für die Zukunft zu bewegen. In Singapore ist übrigens eine solche Kompanie nicht vorhanden, und die Londoner Guttapercha-Kompanie beschäftigt sich nur mit Beschaffung und Verarbeitung des Rohstoffes. Nach v. Gaffron gewinnt man 5 verschiedene Sorten, die in den Handel kommen, und 3 schlechtere Sorten, mit denen jene verfälscht werden. Der Preis der Guttapercha war anfänglich in Singapore 8 Ds. per Pikul, ihr gegenwärtiger in London berechnet sich nach dem Mittel der Jahre 1859/63 auf 8,73 £. Dass aber der Preis im Verhältniss zur Abnahme der Bäume weiter steigen sollte, ist nicht zu erwarten, da der Stoff nicht den ursprünglich gehegten Erwartungen entspricht. Ein gefährlicher Nebenbuhler ist ihm in Goodyear's Ebonit, oder gehärtetem Kautschuk erwachsen; dieser hat ihn bereits aus vielen Verwendungen verdrängt, und wird ihn, wenn seine Dauerbarkeit sich bewährt, wohl auch als Isolator bei den unterirdischen und unterseeischen Leitungen (oberirdische bedürfen keiner Isolation, da trockene Luft schlecht leitet) ersetzen. Während die Einfuhr roher Guttapercha in England nach dem Durchschnitt der Jahre 1859/63 nicht ganz 20,000 Ztr. betrug, werden allein in Amerika jährlich 5,000,000 ℔ Kautschuk zur Darstellung von Ebonit verbraucht (Rother's Telegraphie), so dass die fertige Masse durch den Zusatz von Schwefel und Magnesia auf wenigstens 80,000 Ztr. veranschlagt werden muss.
[46] Hier könnten Professor Huxley's Anhänger ausrufen: Was kein Verstand des Verständigen sieht, das ahnet in Einfalt ein kindlich Gemüth.
[47] Herr Blundell, Guvernör von Singapore, früher Resident-Councillor in Malacca, sagt über diese Zustände:.. „Es leidet keinen Zweifel, dass die winzigen, unmittelbar angrenzenden Staaten alle zusammen in einem traurigen Zustande von Anarchie und Unordnung sind, ohne feste Regierung, und weder Sicherheit des Eigenthums noch der Person gewähren.... Die Häuptlinge, gleichviel unter welchem Titel, sind raubgierig, bereit, sich jeder Partei zu verdingen die ihren Namen kaufen, und ihren Einfluss benutzen will.... Wir haben selbst in unserer Weisheit durch Prangen mit Uneigennützigkeit sehr zu diesem Ergebniss beigetragen..... Die Holländer hatten, wenigstens in den letzten Jahren ihrer Herrschaft diese Länder fest im Zaum, und wenn sie auch nicht viel zivilisirten, so hielten sie wenigsten Ruhe unter ihnen, und zogen nicht unbedeutende Summen aus dem Zinnmonopol. Wir aber haben aus einer nicht erklärten Ursache ein genau entgegengesetztes System angenommen; nicht nur haben wir jeder Einmischung irgend einer Art entsagt, sondern wir haben ihnen auch, mit der ausgesprochenen Absicht unsere Uneigennützigkeit darzuthun, und ohne dass ein Anspruch oder ein Verlangen danach gestellt worden wäre, einige der reichsten Erzgebiete, die früher zu Malacca gehörten, überlassen, wo mehrere hundert Menschen nützlich beschäftigt waren die dort vorhandenen reichen Zinn- und Goldadern auszubeuten und wo jetzt die wenigen diesen Arbeiten Obliegenden in immerwährender Gefahr schweben von irgend einem winzigen Häuptling geplündert und ermordet zu werden, der es sich in den Kopf setzt, dies Mittel zu ergreifen um sich etwas Geld zu verschaffen..... Diese Gebiete sind auf bestem Wege, Sammelplätze für Räuber u. s. w. zu werden, die uns schliesslich zwingen werden, zum Schutz unserer eigenen Bevölkerung das Land zu besetzen, was wir gerade durch unsere Uneigennützigkeit zu vermeiden wünschten.”
[48] Als Seltenheit soll es zwar bei den Goldwäschen in Miask und auch in Guyana gefunden worden sein. Von Schwefelverbindungen ist nur der Zinnkies, ein sehr seltenes Mineral von St. Austle in Cornwall bekannt.
[49] Zur gänzlichen Entfernung des Wolframs kennt man noch kein bewährtes Mittel.
[50] Die Zinneinfuhr in Singapore, die den grössten Theil des auf der Halbinsel gewonnenen Zinns umfasst, betrug 1865: 56098 Pikul = 3340 Tons (darunter ca. 6000 Pikul von Kalantan und Tringano). Cameron giebt den Werth der Zinnausfuhr von Malacca 1863 auf 388357 £ an, was bei dem damals sehr hohen Durchschnittspreis von 27 Dollars per Pikul (der gewöhnliche Preis ist 22 Dollars) 3806 Tons giebt; man kann also wohl 3500 Tons als Durchschnitt annehmen. Die Zinnausfuhr von Pinang nach Europa und Amerika (meist Junk-Ceylon Zinn) war für 1859–64: 40188 Pikul per Jahr = 2392 Tons. Banca produzirte 1859–64 durchschnittlich: 169374 Blöcke und Billiton 13139, zusammen 182514 Bl. = 6114 Tons. So erhält man als die Summe des in die drei Hauptniederlagen eingelieferten Zinns jährlich 12006 Tons, wozu noch der Ertrag von Siam und das direkt von den Zinnländern nach China und Japan verschiffte zu rechnen ist, eine bedeutende Menge, worüber aber genauere Angaben fehlen. Man ersieht daraus, dass schon gegenwärtig das malayische Indien das meiste Zinn produzirt; denn die Produktion von Cornwallis und Devon beträgt etwa 10,000 Tons. — Vom Zollverein erzeugt nur Sachsen ca. 100 Tons, auch in Oestreich wird etwas gewonnen. Nach Tschudi soll Bolivia das reichste Zinnland der Welt, das Erz aber nicht zu verwerthen sein, da es nur durch monatelangen Lamatransport aus den Bergen herabgeschafft werden kann.
[51] Folgendes ist der streitige Artikel des Vertrages: „Art. 12. Seine Niederl. Majestät nimmt die Einwendungen zurück, welche gegen die Besitznahme des Insel Singapore durch die Unterthanen Seiner Britischen Majestät gemacht worden sind. Seine Britische Majestät verpflichtet sich indessen, dass keine Britische Niederlassung auf den Carimon-Inseln oder auf den Inseln Batam, Bintang, Lingin oder auf irgend einer der andern Inseln südlich von der Strasse von Singapore gegründet, noch ein Vertrag von einer britischen Autorität mit den Häuptlingen dieser Inseln geschlossen werden soll.
[52] Es scheint eine grosse Härte, den armen Frachtfuhrleuten die schöne Strasse zu verbieten; doch ist es nicht wohl zu ändern, da ihre aus massiven Holzscheiben bestehenden, ursprünglich runden, durch Abnutzung aber bald vieleckig gewordenen Räder die beste Strasse in kurzer Zeit zu Grunde richten würden. Karren mit ordentlichen Rädern ist die Benutzung der Poststrasse gestattet.
[53] Die Zeichnung ist von Batu-tulis, etwas südlich von Buitenzorg, aufgenommen.