[54] Trotz aller Befürchtungen steht gegenwärtig der Preis des Chinins sehr niedrig und ist seit dem Krimkrieg fortwährend gefallen. — Auch hat man nach einer Mittheilung, die Prof. Karsten erhielt, jetzt bei Loxa Cinchonapflanzungen angelegt, deren Rinde man alle 6 Jahre zu verwerthen erwartet.
[55] Am 19. April 1865 ist er, erst 36 Jahre alt, in Balanta, an der Ostküste von Celebes, den Strapazen und Wirkungen des Klimas erlegen, die er als Leiter einer mehrjährigen, mit grossem Erfolg ausgeführten Entdeckungsreise in Neu-Guinea und Gilolo erduldet hatte.
[56] Herausgegeben von der Gesellschaft zur Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse in Amsterdam.
[57] Die Arachis ist ein unscheinbares, auf dem Boden kriechendes, krautartiges Gewächs mit langgestielten Schmetterlingsblüthen. Die Blüthen über dem Boden bleiben unfruchtbar, gewöhnlich senkt sich aber die Schote in die Erde und reift dort 2 bis 3 Kerne von Haselnussgrösse. Daher der Name Grundnuss. Die Pflanze gedeiht in allen tropischen und subtropischen Ländern und wird auch im südlichen Europa, besonders in Spanien, gebaut, wo ihre Früchte, geröstet, als Mandeln gegessen werden. Der Anbau dieser Pflanze nimmt seit einigen Jahrzehnten ausserordentlich zu, veranlasst durch die Nachfrage in Europa. Fast der ganze Export aller Produktionsländer geht nach Südfrankreich, hauptsächlich nach Marseille, von wo aus das daraus gewonnene Oel unter dem Namen Olivenöl über die ganze Welt verbreitet wird. Die Fabrikation hat dort solche Vollkommenheit erreicht, dass selbst Kenner kaum im Stande sind, einen Unterschied zwischen dem Olivenöl und dem Katjang-Oel zu finden. Letzteres vertritt daher das Oliven- und Mandelöl in allen seinen Anwendungen.
Bereits am 12. Juni 1852 sagte Dumas in der Société d'Encouragement: „Olivenöl ist gegenwärtig auf einen ausserordentlich hohen Preis gestiegen, nicht nur im südlichen Frankreich, sondern auch an den Küsten von Italien, wo die Olivenbäume ganz verschwunden sind. Das Oel der Arachis, deren Name fast noch ganz unbekannt, ist ohne Zweifel eins der wichtigsten Produkte. Vor 8 oder 10 Jahren kam ein Marseiller Haus auf den glücklichen Einfall, 4 oder 5 ℔ Katjang-Oel nach Frankreich zu bringen, und seitdem hat die Einfuhr so zugenommen, dass sie jetzt eine Höhe von 70 Millionen Kilogr. erreicht. Dieser grosse Verbrauch lässt sich leicht begreifen, wenn man in Betracht zieht, dass das Katjang-Oel fast alle Eigenschaften des Olivenöls besitzt.” Im Journal des Débats vom 12. Oct. 1863 heisst es: Vor 20 Jahren war die Arachis von Senegambien nicht einmal in unsern Zolllisten aufgeführt; heut werden in Frankreich allein 500,000 Kilogr. eingeführt. Der Anbau hat so zugenommen, dass er den Sklavenhandel auf jener Küste verdrängt hat.” Als Surrogat für die geringen Speiseöle, an die man in Berlin gewöhnt ist, wird aber nicht sowohl Arachis-, als das viel billigere Sesamum-Oel, welches in noch viel grösserer Menge, namentlich von Kurratschi eingeführt wird, verwendet.
[58] Bei Gelegenheit der Vorarbeiten für die Eisenbahn hat man einen viel niedrigeren Pass gefunden, über welchen jetzt eine neue Strasse mit Umgehung des Megamendong angelegt wird. Sie ist bereits bis auf die Brücken vollendet (1865).
[59] Auch er ist bereits am 24. April 1864 in Lembang gestorben; doch hat er sich ein bleibendes Denkmal errichtet durch sein von Hasskarl auch ins Deutsche übersetzte Werk: Java, seine Gestalt, Pflanzendecke und innerer Bau.
[60] Daendels hatte einen Regenten abgesetzt, weil er eine Strasse zu steil über ein Bergjoch geführt hatte; — aus Furcht vor einem ähnlichen Schicksal baute ein andrer Fürst die Strasse im Zickzack durch die Ebene.
[61] Man muss sie aber nicht, wie häufig geschieht, mit einem andern Feigenbaum, F. religiosa, dem heiligen Baum der Buddhisten verwechseln, der im Ganzen viel Aehnlichkeit mit unserer Silberpappel hat und keine Seitenstämme bildet. Seine an ihrer sehr lang ausgezogenen schwanzartigen Spitze kennbaren herzförmigen Blätter bestehen aus einem so dichten Netzwerk fester dünner Fasern, dass nach Entfernung der Blattsubstanz durch Mazeration und Bleichen ein filigranartiges Skelett zurückbleibt, welches gefirnisst und miniaturartig bemalt, jetzt häufig als Kuriosität von China mitgebracht wird.
[62] Dike (spr.: Deik) nennt man die im flüssigen Zustand in die Spalten der Kegelberge eingedrungene, nach dem Erkalten fest gewordene Lava.