[63] Wie schon bei Gelegenheit der Zinnablagerungen angedeutet, werden mit der Zeit durch Einwirkung von Wasser und Luft die härtesten Gesteine zersetzt. Die Hauptgemengtheile der meisten krystallinischen Gebirgsarten (nicht-krystallinische sind schon Zersetzungsprodukte) bestehen aus Doppelverbindungen von Thonerde-Silikaten und Alkali- (oder Kalk-) Silikaten. Erstere sind als Thon (in reinem Zustand Kaolin) wohl bekannt. Zur Versinnlichung der letzteren kann das künstlich dargestellte, in der Technik jetzt vielfach angewendete Wasserglas (kieselsaures Kali oder Natron) dienen. Erstere sind unlöslich und bleiben bei dem Verwittern des Gesteins übrig, während die löslichen Alkali- und Kalk-Silikate theils als solche, theils nach Einwirkung von Kohlensäure als kohlensaure Salze durch die Gewässer fortgeschafft werden.

Was durch Luft und Wasser bei gewöhnlicher Temperatur sehr langsam, wenn auch ununterbrochen, stattfindet, wird viel schneller bewirkt durch heisses Wasser, heisse Dämpfe und Gase, wie sie aus hier nicht näher zu erörternden Ursachen namentlich häufig in Vulkanen und ihrer Nachbarschaft auftreten. Ausströmungen von heissen Gasen und Dämpfen nennt man Fumarolen, Ausströmungen von Kohlensäure Mofetten; da dieses Gas 11/2 mal so schwer ist als atmosphärische Luft, so breitet es sich am Boden aus und bildet zuweilen, an Stellen, die gegen den Luftzug geschützt sind, so hohe Schichten, dass Thiere, die hineingerathen, darin ersticken. Solfataren heissen die Punkte, in deren Dampfausströmungen die schwefelhaltigen Gase vorwiegen: Schwefelwasserstoff, durch dessen Zersetzung der die Wände bekleidende Schwefel gebildet wird, und schweflige Säure, die sich beide durch Zutritt feuchter Luft in Schwefelsäure verwandeln, endlich Schwefel in Dampfform. Während Wasser und Luft in der Art auf die Gesteine einwirken, dass unlösliche Thonerde-Silikate übrig bleiben, vermögen die in den Solfataren sich fortwährend bildenden starken Säuren des Schwefels die Doppel-Silikate vollständig zu zersetzen. So entsteht aus alkalihaltigen Doppel-Silikaten Alaun (schwefelsaure Thonerde verbunden mit schwefelsaurem Alkali), aus kalkhaltigen Doppelsilikaten Gyps (schwefelsaurer Kalk). Alaun und Gyps bleiben mit dem halb zersetzten Gestein und dem stets neben ihnen gebildeten Thone gemengt, oder werden vom Wasser gelöst und an Nebenpunkten wieder abgesetzt. Es würde zu weit führen, die Vorgänge in den Solfataren näher in Betracht zu ziehen; daher mögen auch die Wirkungen der häufig auftretenden Salzsäure hier unberücksichtigt bleiben. Zum oberflächlichen Verständniss der beschriebenen Erscheinungen in Kawa-manuk wird das Gesagte genügen. Wesentlich dieselben Erscheinungen wiederholen sich, wenn auch in sehr verschiedener Intensität, in allen Solfataren; ich werde daher später nicht wieder darauf zurückkommen.

[64] Zum Verständniss dieser Werthsteigerung bei feststehenden Preisen muss erwähnt werden, dass der Thee in 8 Sorten, 4 schwarzen, 4 grünen, von verschiedenem Werth, abgeliefert wurde, und dass die Fabriken gelernt hatten, die theuren Sorten in grösserer Menge zu produziren.

[65] Der Unterschied zwischen den Ergebnissen der Theekultur durch freie Arbeiter unter Unternehmern, die für eigene Rechnung wirthschafteten und den Resultaten, welche die Regierung durch Zwangsarbeit unter Aufsicht von Beamten erlangte, sind so schlagend und volkswirthschaftlich so interessant, dass ich einen kleinen Auszug aus Dr. W. Bosch, Vrije en gedwongen Arbeid, Tydschr. v. Ned. Ind. 1858 II 297 anführe, in welchem folgende, amtlichen Berichten entnommene Thatsachen gegenübergestellt sind:

667 Arbeiter (freiwillige) produziren 1855
auf 560 Bau: 344,849 ℔ Thee,
also 11/5 Arbeiter per Bau,
517 ℔ per Arbeiter,
615 ℔ per Bau.
4,375 Arbeiter (gezwungene) produziren
1855 auf 660 Bau: 87,312 ℔ Thee,
61/2 Arbeiter per Bau,
22 ℔ per Arbeiter,
1321/2 ℔ per Bau.
Der Arbeitslohn ist unbekannt. Angenommen, sie hätten das ganze Jahr hindurch 360 Tage, à 20 Deuten, gearbeitet, dann hätte die Bebauung gekostet 72 fl. per Bau d. h. 80% mehr als die Regierung dafür zahlte; und gleichwohl kosten die 615 ℔ Thee, die dafür erhalten werden, nicht mehr als 12 cents pro ℔, d. h. nur 40 % von dem, was die Regierung dafür bezahlte; und dennoch hat der Arbeiter bei dem Privatmann 3mal so viel per Tag verdient, als der Arbeiter in Bagelen, selbst wenn dieser nicht mehr als 100 Tage per Jahr zu arbeiten hätte. 6 Arbeiter per Bau angenommen, die zusammen 40 fl. 72 c. erhalten, giebt 6,79 fl. per Arbeiter. Angenommen, dass Jeder nicht mehr als 100 Tage gearbeitet hätte, so würde der Tagelohn 63/4 cents betragen, und das ℔ Thee auf 30 cents zu stehen kommen.

Aus diesen amtlichen Angaben geht hervor, dass freie Arbeit 25mal produktiver war als Zwangsarbeit, dass der Boden 5mal so viel trug, dass das Produkt der Privatleute noch nicht die Hälfte kostete, während ihre Arbeiter 3mal so viel verdienten.

[66] Nicht sowohl die Varietät des Theestrauches, als vielmehr Boden, Lage und Klima bedingen die Qualität (ähnlich wie beim Wein). In China giebt es Gegenden, wo nur grüner Thee fabrizirt wird, nicht, weil man aus den Sträuchern keinen schwarzen Thee machen kann, sondern weil der dort gewonnene grüne Thee besser ausfällt, als der schwarze. In Java finden solche Unterschiede noch nicht statt; man bereitet grünen und schwarzen Thee auf derselben Plantage.

[67] Die Rongengs sind öffentliche Tänzerinnen, sie fehlen bei keinem grösseren Feste; ihr Tanz versetzt die Eingebornen oft in Entzücken und reisst zuweilen selbst die Vornehmsten hin, sich daran zu betheiligen. Ihre Kunst besteht mehr im Biegen und Wenden der Glieder als in graziöser Fortbewegung. — „Die Rongeng gehört dem Staat, der Oeffentlichkeit. Ueber eine Frau, die sich als Rongeng einschreiben lässt, verliert der Ehemann sein Recht, sowie auch ihre Eltern.” (Brumund, Indiana.) Sie sind völlig frei bis auf die polizeiliche und ärztliche Kontrolle.

[68] Eigentlich Kerne.

[69] Der Musang ist ein kleines Raubthier, das nur die reifsten Früchte nascht und nur ihre fleischige Hülle verdaut. Die nur aus Kaffeebohnen bestehenden, vom Musang ausgeworfenen, vom Regen abgewaschenen Häufchen werden besonders gesammelt und von den Packhausmeistern für begünstigte Kunden aufgehoben, da sie den wohlschmeckendsten Kaffee geben. — Der Musang befindet sich fast in jedem zoologischen Garten.