[70] Trotz der sehr vermehrten Bevölkerung nimmt die Zahl der Bäume ab. 1851 zählte man: 231,693,843 und 1861: 223,301,000 fruchttragende Bäume. In dem viel kleineren, besonders aber an Arbeitskräften so viel ärmeren Ceylon hat sich die Kaffeeproduktion, die 1850 kaum 1/4 derjenigen von Java betrug, so gehoben, dass sie 1862 schon mehr als 2/3 derselben gleichkam. Den meisten Kaffee liefert gegenwärtig Brasilien, das allein so viel erzeugt, als alle übrige Kaffeeländer zusammen ... 1858/59: Brasilien 346, Java 135, Ceylon 70, alle übrigen Kaffeeländer zusammen 155 Millionen Zollpfund, im Ganzen also 696 Millionen Zollpfund.

[71] In den Regierungspflanzungen betrug 1854/57 die Zahl der Kaffeebäume durchschnittlich: 295,276,073, wovon 221,295,764 fruchttragende; die Ernte 962,876 Pikul oder etwas über 1/2 ℔ per Baum. — 1828, vor Einführung des Kultursystems, erntete man 416,000 Pikul von etwa 50,000,000 Bäumen, d. h. über 1 ℔ per Baum, im günstigsten Jahre nach Einführung des Systems (1855) 1,264,000 Pikul von 300,000,000 Bäumen, d. h. etwas über 1/2 ℔ per Baum, so dass sich die Zahl der Bäume seit 1832 zwar versechsfacht, der Gesammtertrag aber nur verdreifacht hatte. Seit 1840 ist die Kaffeeproduktion auf Java, einige besonders günstige Jahre ausgenommen, stationär geblieben. Das auf Zwang beruhende künstliche System hatte also schon nach 8 Jahren seine Kraft erschöpft.

[72] In Arabien war der Kaffee als Getränk wohl schon Ende des 15. Jahrhunderts bekannt; 1556 wurde das erste Kaffeehaus in Konstantinopel, 1652 in London, 1671 in Marseille, 1672 in Paris, 1683 in Wien errichtet. Wie man darauf gekommen sein mag, die harten, unschmackhaften Samen zu rösten und ein Getränk daraus zu bereiten, ist durchaus unbekannt. Es ist höchst merkwürdig, dass das Kaffeïn, das eigentlich Wirksame im Kaffee, chemisch identisch ist mit Theïn und beliebig aus Kaffeebohnen oder Theeblättern dargestellt werden kann, dass es ebenfalls im Paraguaythee oder Mate enthalten ist, und dass die Pflanzen, die es liefern, ganz verschiedenen natürlichen Familien angehören. Noch auffallender ist es, dass gerade diese Pflanzen von halbzivilisirten, weit von einander entfernt wohnenden Völkern zum Getränk erkoren wurden. Die daraus bereiteten Aufgüsse regen an, ohne zu berauschen, und haben deshalb einen höchst wohlthätigen Umschwung in der Lebensweise der zivilisirten Völker hervorgebracht. Ihre schnelle, immer wachsende Verbreitung ist ein erfreuliches Zeichen zunehmender Gesittung. Nicht erfreulich, aber recht interessant ist auch „die plumpe Selbsttäuschung der Cichorientrinker, die aus Armuth und Unwissenheit einen Absud geniessen, der vom Kaffee nichts weiter hat, als die Farbe. Es dürfte kaum zweifelhaft sein, dass mit der Aufklärung des Publikums über den wahren Werth des Kaffees die Cichorienfabriken alsbald eingehen müssten.” (Knapp's Technologie II 83.)

[73] Folgende Rezepte stammen aus sehr guten Quellen:

1. Allgemeines Kari-Pulver, 2 verschiedene Sorten. Man mische zum Pulver No. 1 die uneingeklammerten, zum Pulver No. 2 die eingeklammerten Gewichtstheile folgender Gewürze: Koriander 48 (8), schwarzer Pfeffer 24 (8), Curcuma 19 (8), Kümmel 12 (2), Capsicum 6 (1), Reismehl 4 (2), Cardamom 2 (1), Nelken 1 (0), Ingwer 0 (4), Trigonella foenum graecum 0 (6).

2. Krebs-Sambal: Zu 2 Stück feingeschnittenen Zwiebeln und 2 Stück Knoblauch setze man 3 Theelöffel Balatschong (siehe unten), 1/2 Theelöffel Curcumapulver, 1/2 Quart Krabben- oder Krebsschwänze, lasse alles etwas braten, füge Tomaten oder Tamarinden, Capsicum, 1/2 Tasse Kokosmilch (siehe unten) hinzu und lasse es schmoren.

3. Bengal-Kari: Zu 3 grossen, feingeschnittenen, in Butter gebratenen Zwiebeln setze man folgende in einem steinernen Mörser sehr fein gestossene mit etwas Wasser angefeuchtete Gewürze: 2 Nelken, 1 Capsicum, 2 Theelöffel Koriander, 2 Prisen Anis, 1 desgl. Kümmel, 2 Stück Knoblauch, 1/2 Theelöffel Zimmet und etwas Ingwer, 1 Theelöffel Curcuma. Nachdem alles etwas gebraten, setze man 1 ℔ in kleine Stücke geschnittenes Fleisch dazu (Rind, Kalb, Hammel, Wild, Geflügel oder Fisch), und eine Tasse voll Kokosmilch oder guter Brühe und lasse es schmoren.

4. Madras-Kari: Man brate 2 kleine fein geschnittene Zwiebeln in 2 Unzen Butter, setze vom Karipulver No. 2 dazu und verfahre übrigens wie bei dem Bengal-Kari, man kann auch etwas Zitronensaft hinzufügen.

5. Malayische Karis unterscheiden sich von den indischen wesentlich nur durch einen viel bedeutenderen Zusatz von Cocosmilch; sie sind daher gelblich statt braun, flüssiger, weniger gewürzt und werden Europäern, die an starke Würzen nicht gewöhnt sind, wohl besser schmecken. — Zu allen Karis isst man das 3- oder 4fache Volumen Reis, in Dampf gekocht.

6. Balatschong ist eine mehr oder weniger feste Paste, aus gestossenen Krabben bereitet, die vorher etwas eingesalzen und an der Sonne getrocknet worden; sie lässt sich sehr annähernd durch ein Gemisch von Shrimp- und Anchovy-Sauce ersetzen.