[93] Der mich begleitende Javane erklärte sie folgendermassen: der grösste, ruma radja (Haus des Königs), die übrigen: Häuser der Frauen und Verwandten, der fünfte, ruma dija punja jonge (das Haus für den Diener). Das holländische Wort, das zur Bezeichnung eines Dieners ins Malayische übergegangen, machte sich sonderbar genug in dieser antiquarischen Erläuterung.
[94] Nach einer neueren Beobachtung (Proc. Zool. Soc. 1863, pag. 439) fangen sie auch Fische. Dr. Schott beobachtete in Conleeveram, wie die Kalongs über den Teichen schwebten, die Fische mit den Klauen packten und dann auf Tamarindenbäume flogen, um sie zu verzehren. Er hielt sie erst für Vögel, schoss aber am andern Abend mehrere im Akt des Fischens und wiederholte die Beobachtung mehreremal.
[95] 1849 beauftragte der damalige General-Guvernör zwei geschickte Zeichner, die Herren Wilsen und Schomberg, sämmtliche Reliefs und Statuen von Borobudor für den Steindruck zu zeichnen. Die Arbeit hat mehrere Jahre in Anspruch genommen und soll sehr gut ausgefallen sein. — Obgleich ich schon bei meiner Anwesenheit in Java einige Probedrucke gesehen, scheint das Werk, das mit erläuterndem Text erscheinen soll, noch nicht herausgegeben zu sein. Herr W. hat auch in der Tijds. v. T. L. en V. einen Aufsatz über Borobudor bekannt gemacht, dem obige Maasse und noch einige der folgenden Angaben entnommen sind, nur ist statt niederl. Ellen der gleichwerthige, bekanntere Ausdruck Meter gesetzt.
[96] Um einen solchen Eimer zu machen, faltet man das grosse, fächerförmige Blatt wie einen aus Papier geknifften Fächer zusammen, näht die sich berührenden Ränder je zweier Blattspitzen, von da an, wo sie sich theilen, zusammen, und biegt das Blatt ringförmig, die Rippen nach Aussen, so dass die Blattspitzen und der Ansatz des Blattstiels über einander greifen; diese werden fest zusammengebunden und bilden die Handhabe des Eimers, der nur noch wie das Verdeck eines Wagens oder der Ugly einer Engländerin entfaltet zu werden braucht und die Form eines in der Richtung der Axe durchgeschnittenen sehr flachen Kürbis hat.
[97] Nach den neuesten Nachrichten (1865) ist diese blühende Industrie in Jokjokarta fast gänzlich zu Grunde gegangen, indem die Pflanzen durch Insekten zerstört wurden.
[98] Dicht am Stamm vieler Bäumchen war ein mit Wasser gefüllter poröser Topf bis an den Rand in den Boden eingegraben; das langsam durchsickernde Wasser erhält die Wurzeln feucht, die ein dickes Geflecht um den Topf bilden sollen. Vielleicht ist dies Verfahren, das ich in Europa nie gesehen, in wasserarmen Gärten oder für besondere Zwecke in der Gärtnerei anwendbar.
[99] In Mexico kauen zwar Männer und Weiber, letztere mit wahrer Leidenschaft, ein Gummi, Cicle genannt, den verdickten Milchsaft einer an der Westküste wild wachsenden Sapota (Zapote chico), das in Speichel völlig unlöslich, geschmack- und geruchlos ist. Die Substanz hat grosse Aehnlichkeit mit Guttapercha, die man von einer ebenfalls zu den Sapotaceen gehörenden Pflanze (Isonandra) gewinnt und wird etwa bei derselben Temperatur plastisch; man formt Blumen und allerlei Spielereien daraus; in der Technik findet sie noch keine Verwendung, da ihr hoher Preis, 1 Dollar per ℔, es verhindert.
[100] Was ich für Muthwillen gehalten, hatte vielleicht einen andern Grund. Van Dooren erzählt, dass ihn sein Kutscher bei einer ganz ähnlichen Gelegenheit mit den Worten beruhigte: „Fürchten Sie sich nicht, Herr, der Tiger will sich ein Pferd holen.”
[101] Gegenwärtig (1865) ist eine Eisenbahn zwischen Samarang und Surakarta in vollem Bau; das Samarang zunächst gelegene Stück ist bereits mit der Lokomotive befahren worden. Dieselbe Gesellschaft baut eine andre Bahn zwischen Batavia und Buitenzorg. Mit diesen beiden kurzen Strecken wird sich zunächst wohl der Verkehr begnügen müssen. Eine andre Gesellschaft, welche über ganz Java ein Eisenbahnnetz legen wollte, kam leider mit ihren Anträgen zu spät und erhielt keine Konzession, weil eine solche die jener ersten Gesellschaft gemachten Zugeständnisse verletzt haben würde.
[102] Von 3 Schiffsladungen voll javanischer Kunstdenkmäler, die Prof. Reinwardt nach Holland sandte, versank eine im Schiff Ida en Adelaide, eine zweite im Kriegsschiff Amsterdam, die dritte im Schiff Evereus, welches verbrannte. (Brumund Indiana.)