„Es dürfte wohl beim Strümpfestopfen sein Bewenden haben“, sagte Frauenlob mit unerbittlicher Grobheit.
„Immer eine nützlichere Beschäftigung als Romane schreiben. Übrigens verspüre ich keine Lust, mich in eine weitere Behandlung dieses Gegenstandes einzulassen. Die Herren sind ja auch nicht zu mir, sondern zur — Dichterin gekommen. Ich darf die literarischen Konferenzen nicht länger stören.“ Er erhob sich mit gemachtem Gähnen, trat schwerfällig auf Elsa zu und küßte sie flüchtig auf die Stirn. „Gute Nacht, mein Kind.“
„Du willst dich wirklich schon zurückziehen?“ fragte sie. Man sah ihr die innere Ratlosigkeit an, in der sie sich befand.
„Gewiß, ich bin müde und schläfrig. Recht gute Nacht, meine Herren!“ Er verbeugte sich dabei nur vor mir und schritt nach dem Nebenzimmer; Elsa folgte ihm bis zur Tür.
Ich hatte genug, stand auf und suchte nach meinem Hute; Frauenlob, an seinem Ingrimm würgend, blieb sitzen.
„Sie wollen schon fort?“ fragte Elsa, zurückkehrend und in einem Tone, der bewies, welche Erleichterung ihr dies wäre.
„Allerdings“, entgegnete ich, nach der Uhr sehend. „Die Stunde ist vorgerückt, und Sie wissen, ich habe einen weiten Weg. Sie bleiben noch?“ wandte ich mich bedeutsam an meinen Begleiter.
Dieser sah unschlüssig vor sich hin, dann sprang er auf.
„Ich wollte allerdings noch einiges Wichtige mit Frau Elsa verhandeln, allein in solcher Stimmung — — In der Tat, gnädige Frau,“ — er trat vor sie hin — „es bedarf des ganzen Umfanges meiner Verehrung und Bewunderung für Sie — —“
„Ach mein Gott, lieber Doktor,“ unterbrach sie ihn, „Sie sollten Röber doch schon ein wenig kennen. Er ist nun einmal so — er hat den Kopf voller Sorgen, die ihn übellaunig machen — und da — — Allerdings hat er sich heute unverantwortlich benommen. Und ich muß doppelt bedauern — Ihretwegen —“ Sie sah mich dabei ausdrucksvoll und gleichsam um Nachsicht flehend an. „Was werden Sie von uns denken?“