„Gewiß, das können Sie nicht“, sagte der Major, indem er aufstand. „Aber ich lege Ihnen die Sache noch einmal ans Herz; denn ich würde es aufrichtig bedauern, wenn ich gezwungen wäre, andere Wege einzuschlagen.“
Er hatte bei diesen Worten eine etwas strenge Miene angenommen und reichte mir die Hand zum Abschied.
Den unerquicklichsten Gedanken und Empfindungen überlassen, ging ich noch eine Weile auf dem glatten Fußgetäfel des stillen Raumes auf und nieder, in welchen die Tanzmusik, leicht gedämpft, herüberdrang. Da war denn der leuchtende Traum Burdas zerflossen und hatte einer höchst unangenehmen Wirklichkeit Platz gemacht! Was sollte ich nun tun? Wie dem Verblendeten die Augen öffnen, um ihn vor dem Fluch der Lächerlichkeit — und vielleicht vor noch Schlimmerem zu bewahren? Ich trat an das Büfett und trank ein Glas Limonade, ohne den Süßigkeiten Beachtung zu schenken, die vor mir in allen Formen und Farben aufgehäuft waren. Dann machte ich mich wieder auf den Weg nach dem Saale, wo eben eine Française zu Ende ging. Wie ich bemerken konnte, hatte die Prinzessin auch diese mit dem jungen Dragoneroffizier getanzt, dessen zartes, fast mädchenhaftes Gesicht sehr erhitzt aussah. Als sich jetzt die Reihen lösten und die Paare Arm in Arm nach rechts und links auseinanderbogen, verließ eine Schar von Zusehern den Saal, darunter auch Burda, der kreidebleich war und mich kaum erkannte, als ich jetzt auf ihn zuging.
„Ah, du bist’s!“ sagte er endlich. „Wo hast du denn gesteckt?“
„Ich war in einem Nebenzimmer, wo ich mich nach einigen Erfrischungen umgesehen hatte.“
„Und sonst — wie unterhältst du dich?“ fragte er zerstreut.
„O gut, ganz gut! Aber ich gehe jetzt.“
„Schon jetzt?“
„Ja; ich habe Kopfschmerzen — mir war den ganzen Tag nicht recht wohl — —“