Diese Worte brachten sie zur Besinnung. Denn wie ein Blitz hatte sie dabei der Gedanke an ihren Gatten durchzuckt. Wenn er mittlerweile in den Park gekommen wäre — und sie nun suchte!
Sie machte eine gewaltsame Anstrengung, sich aus den Armen des Grafen loszumachen, der seine Lippen in ihr Haar gepreßt hatte; aber er umklammerte sie nur um so fester. Als er jedoch in ihren Zügen den Ausdruck der entsetzlichen Angst gewahrte, mit welcher sie von dem Hügel fortstrebte, fragte er betroffen: „Warum wollen Sie fliehen? — Wohin wollen Sie, Klothilde?“
Sie deutete in kraftloser Verstörung nach dem Tirolerhause hinunter.
„Dorthin?! Warum?“
„Ich erwarte —“ Mehr konnte sie nicht hervorbringen.
„Wen? Wen erwarten Sie?“ drängte er, ohne sie völlig loszulassen. Und da sie nicht mehr antwortete, setzte er hinzu: „Ihren Gatten?“
Sie ließ bejahend das Haupt sinken.
Nun gab er sie langsam frei. „Das ist freilich fatal“, sagte er mit unterdrücktem Ärger. „Er darf uns nicht beisammen finden. Am allerwenigsten hier. Aber ich komme morgen — komme jeden Tag wieder. Um dieselbe Stunde —“
Sie hörte ihn nicht mehr. Sie strich mit beiden Händen über ihr losgegangenes Haar und taumelte die Höhe hinunter.
Er aber blieb eine Weile aufrecht stehen und blickte verdrossen in die Gegend hinaus. Dann schüttelte er den Kopf und entfernte sich mit vorsichtigen Schritten.