Der Freiherr nahm dies alles wahr im ungewissen Dunkel des Gemaches. „Klothilde!“ rief er entsetzt. „Klothilde!“

Sie blieb stumm.

„Mein Gott!“ ächzte der Freiherr. „Wenn nur Doktor —“

Aber der trat auch eben jetzt, so leise wie es ihm möglich war, durch die Tür, von dem ängstlich blickenden Mädchen gefolgt, welches das Licht einer Kerze mit vorgehaltener Hand dämpfte.

„O, Doktor, sehen Sie nur ...“

Dieser nahm dem Mädchen das Licht ab und ließ den vollen Schein auf Klothilde fallen. Sie lag noch immer ganz starr; ihr schönes Antlitz war verzerrt, die Mundwinkel herabgezogen.

„Mein Gott, Doktor, was ist das?“

Dieser schien selbst erschrocken; er hatte diesen Anblick offenbar nicht erwartet. „Trismus — Trismus“, sagte er endlich. „Ist Senfmehl im Hause? Rasch!“

Das Mädchen eilte fort.

Aber schon trat etwas ein, das den Freiherrn erschaudern machte. Ein plötzliches Schüttern ging durch den Körper seiner Frau; die Augen öffneten sich weit, die Finger krampften sich zusammen und mit zischenden Atemstößen schnellte die Kranke wiederholt im Bette empor.