‚Das können Sie — wenn Sie meinetwegen den Ball verlassen wollen. Auch ist es ja, wie gesagt, nicht weit — in zehn Minuten sind Sie wieder da.‘
‚Ich werde nicht zurückkehren; denn was sollte ich hier noch, wenn Sie fort sind?‘
Jede andere würde nun, obgleich ich diese Worte in überzeugendem Tone gesprochen hatte, doch irgend eine spöttisch bezweifelnde Einwendung hingeworfen haben. Ginevra aber blickte nachdenklich zu Boden. ‚Wirklich?‘ fragte sie dann, indem sie langsam die Augen aufschlug und mich mit einem vollen Blick ansah.
‚Gewiß‘, bekräftigte ich.
Sie schwieg wieder. Dann sagte sie mit ihrer weichen, dunklen Stimme: ‚Das freut mich.‘
Inzwischen hatte sich der Saal fast gänzlich geleert; denn die Raststunde war herangekommen, und alles drängte und zwängte sich behufs Erquickung und Stärkung in den Nebenraum, diesen überfüllend. Ich konnte mich daher mit Ginevra ruhig niederlassen, und zwar unweit einer offenstehenden Nebentür, die zur Damengarderobe führte. Vor dieser, in einem ganz kleinen Zimmerchen, war eine äußerst primitive Konditorei eingerichtet; es gab allerlei Backwerk, Orangen und Fruchtsäfte; Eis war nicht zu haben.
‚Kann ich Ihnen irgend eine Erfrischung anbieten?‘ fragte ich.
‚Nein, ich danke. Oder doch — um ein Glas Wasser möchte ich bitten.‘
Ich trat zu der alten Frau, die mit verdrießlichem Gesicht bei der Ware saß, begehrte Wasser, und um doch etwas zu erstehen, ließ ich auch einige Orangen auf den Teller legen, den ich Ginevra überreichte.
‚Die Orangen sind schön‘, sagte sie. ‚Ich werde eine davon nehmen und sie der Mutter bringen.‘