„De—der wird sich auch ein schönes Trinkgeld verdient haben,“ murmelte Mr. Markham mit einem verständnisvollen Lächeln und löste sich von dem Laternenpfahl los. Er erreichte die nächste Straßenecke, wo er sich wieder verankerte, um einem Gedanken Luft zu machen, der sich in seinem Innern emporgearbeitet hatte.

„Nummer ach—achtundvierzig, hol mich der und jener!“ brummte Mr. Markham. „Die Wohnung des B—barons. Die einzige, die vermietet ist! Wissenschaftliche Arbeiten, hahaha! Go—gott helfe mir, wissenschaftliche Arbeiten!“

Er gewann diesem Gedanken alle Ergötzlichkeit ab, die er bot, bevor er den Laternenpfahl wieder losließ und seinen unsicheren Heimweg fortsetzte.

Mr. Markhams Gedächtnis war von jener beneidenswerten Sorte, die auch an einem Morgen nach irländischem Whisky funktioniert. Er erinnerte sich folglich am nächsten Morgen an die vier Herren, die er in das Haus Nr. 48 gehen gesehen hatte; und in der Morgenbeleuchtung erschien ihm dieser Vorfall nicht ganz so ausschließlich humoristisch wie in der Nacht. Nur der Chauffeur war wieder aus dem Hause herausgekommen; waren also die drei Herren die Nacht über beim Baron geblieben? Dann hatten sie sicherlich Lärm gemacht und die Nachtruhe der Nachbarn gestört. Mr. Markham machte einen Vormittagsbesuch in Nr. 46, um sich beim Nachbar des Barons darnach zu erkundigen.

Dieser war ein jüdischer Geldverleiher, der immer mit der Sonne aufstand, um soviel als möglich aus seinem fragwürdigen Beruf herauszuschlagen. An diesem Morgen war er schon seit halb sechs Uhr auf, wie er Mr. Markham erklärte, aber durchaus nicht infolge von Lärm im Nebenhause. Er hatte im Gegenteil kaum einen Laut von dort gehört; aber gegen sechs Uhr hatte er einen Herrn mit aufgestelltem Rockkragen Nr. 48 verlassen und die Sutherland Avenue hinuntergehen sehen.

„Einen?“ fragte Mr. Markham, „nur einen, Herr Streptowitz?“

„Nur einen,“ bestätigte Herr Streptowitz mit dem melancholischen Tonfall, den seine Stimme bei der Erwähnung so geringfügiger Zahlen annahm.

„Nur einer!“ wiederholte Mr. Markham. „Aber ich sah doch vier hineingehen, und da müßten wohl drei wieder herausgekommen sein, wenn der eine der vier der Baron war!“

„Die andern zwei Herren sind wohl vorangegangen,“ sagte Mr. Streptowitz, so melancholisch, als wollte er andeuten, daß die beiden Herren in eine andere Welt gegangen seien.

Mr. Markham gab zu, daß dies wahrscheinlich sei, und verabschiedete sich.