„Eurem Gemahl! Dem Mann, den Ihr liebt!“

„Nein, sage ich Ihnen!“ Sie stampfte mit ihrem schwarzen Samtschuh auf den Boden, „ein Bewerber um meine Hand. Nichts anderes. Lassen Sie mich erzählen, was er und was ich getan haben, und sagen Sie mir, wer bisher des Throns würdiger ist.“

Indem sie ihre Finger miteinander verschlang und hie und da nach der Sonne sah, die hinter dem Ziegelhorizont von Chesterton Mansions verschwand und ihr Haar zu einer goldroten Krone machte, begann sie zu sprechen. Der Gefangene auf dem Diwan hörte ihr schweigend zu, während der Blick seiner Augen die ganze Skala von Verachtung bis zum Enthusiasmus durchlief. Nach einiger Zeit verstummte sie und sah ihn an, die Augenbrauen über ihren grauen Augen fragend gehoben. Er schwieg, dann sagte er langsam:

„Und alles wegen ein paar farbiger Steine! Wäre ich frei, sie wären in diesem Augenblicke die Euren.“

Sie richtete sich ein wenig auf.

„Meinen Sie, was Sie sagen?“ fragte sie. „Könnten Sie Juwelen, die in Geld gar nicht zu schätzen sind, einem Wesen schenken, das alles dazu getan hat, Sie derselben zu berauben? Ach, Sie sprechen wie andere Männer — der schönen Worte wegen.“

Er sah sie mit einem intensiven und zugleich müden Blick an.

„Ihr könnt so etwas nicht für möglich halten,“ sagte er, „seid Ihr doch eine aus dem Volke der Sahibs. In meinem Lande werden Reichtum und edle Steine nur für das geschätzt, was sie sind, und was ein Mann leistet, gilt alles. Aber Ihr seid aus dem Volke der Sahibs, und Euch scheint es undenkbar, daß ich aus einer Laune etwas wegwerfe, was für Euch Ziel und Zweck des Lebens ist.“

Sie erhob sich aus ihrem Fauteuil und glitt zu dem Diwan, auf dem er lag.

„Was würden Sie tun, wenn ich jetzt Ihre Bande löste?“ sagte sie.