Er sah sie mit derselben Ruhe im Blick an.

„Mein Versprechen lockt Euch?“ sagte er. „Ihr wollt sehen, ob eines Königs Wort auch eines Königs Wort ist, wenn es sich um hundertfünfzig Juwelen handelt?“

In ihren Augen blitzte es auf, und sie machte zwei Schritte zurück.

„Sie könnten mir die Steine jetzt geben, und ich würde sie Ihnen ins Gesicht werfen,“ sagte sie. „Wenn es mir heute nacht gelungen wäre, mich Ihrer Juwelen zu bemächtigen, für deren Besitz ich viele hundert Meilen gereist bin, ich würde dasselbe damit tun. Sie können mir aufs Wort glauben. So sehr Sie König sind, bin ich Königin.“

Er machte einen Versuch, sich auf dem Diwan aufzurichten, aber wurde von den Banden gehindert und sank zurück. Er starrte sie lange und unverwandt an, wie um sich von dem Gehalt ihrer Worte zu überzeugen. Sie hielt stand und betrachtete ihn mit demselben Licht in den Pupillen und derselben leichtgeschürzten Oberlippe. Endlich sagte er langsam und beinahe demütig:

„Ich bin blind gewesen. Verzeiht! Ihr seid das, was Ihr sagtet, und meine Kehle ist trockener als eine Wüste. Aus Eurer Hand empfange ich alles, was sie gibt, wie der Bettler eine Gabe.“

Sie zuckte zusammen; ihr Mund verzog sich zu einem Lächeln, und sie eilte durch das Zimmer zu einem Tisch mit Gläsern und Flaschen. Nach einem Augenblick war sie wieder bei ihm, mit einem Glas, dessen Inhalt er auf einen Zug austrank. Er sank auf den Diwan zurück, sie zog den Fauteuil etwas näher heran und setzte sich. Sie maßen einander noch immer mit den Blicken, und schließlich sagte er:

„Erzählt mir noch mehr aus Eurem Leben. Seid Ihr wirklich mehrere hundert Meilen gefahren, um meine Juwelen zu erringen? Ohne sie auch nur um ihres Geldwertes willen zu begehren?“

Sie neigte den Kopf.

„Mich dünkt,“ sagte er langsam, „als wäre ich einen noch weiteren Weg gepilgert, oh Maharaneeh, um Euch zu begegnen.“