Ueber das Gesicht des Kellners huschte ein rasches Zucken, aber er sagte nichts anderes als: „Sehr wohl,“ und kritzelte hastig einige Hieroglyphen auf ein Blatt Papier.

„Neun Mark, sechzig Pfennig!“

Allan bezahlte und gab ein Trinkgeld. Plötzlich fiel ihm etwas ein.

„Aber Herr — — — aber der andere Herr?“

„Hat schon bezahlt.“

„Hat schon bezahlt?“

„Jawohl, schon längst.“

Die Stimme des Kellners war so gleichgültig als nur möglich, und er eilte weiter, sowie er geantwortet hatte. Allan unterdrückte ein hastiges Gefühl des Staunens. Herr Koch hatte bezahlt! Pflegte man im Speisewagen zu bezahlen, bevor man fertig war? Und insgeheim? Er für seine Person hatte Herrn Koch dem Kellner keinen Pfennig geben sehen. Er zuckte die Achseln und ging in sein Coupé zurück, um Herrn Koch zu interviewen, wie die Sache zugegangen war.

Der Zug hatte wieder begonnen zu schwanken und zu schlingern, und es brauchte einige Zeit, und nicht wenig Balancierungskunst, um glücklich durch die Korridore zu kommen, die jetzt leer waren. Einmal kam ein so heftiger Stoß von einem Stationswechsel, den man im Eilzugstempo passierte, daß Allan ganz linksum geworfen wurde. Zu seiner Ueberraschung erblickte er am anderen Ende des Korridors keinen geringeren als den Speisewagenkellner, der ihm zu folgen schien. Im selben Augenblicke, in dem Allan den Mann ansah, verschwand er jedoch in ein Coupé. Allan erinnerte sich, daß man sich auch in den Coupés servieren lassen konnte, und vermutend, daß der Mann zu diesem Behufe da war, ging er weiter. Endlich hatte er seinen Wagen erreicht. Er ging an dem Coupé vorbei, das die Amerikanerin und der alte Herr mit Beschlag belegt hatten, und zog die Schiebetüre zu seinem eigenen Abteil zurück. — Nun, Herr Koch, Sie sind ja gar nicht wiedergekommen! hatte er auf den Lippen, als er plötzlich innehielt.

Herr Koch befand sich nicht in dem Coupé. Das Coupé war leer.