„Ich muß gestehen, daß ich ihn im Verdacht habe, wo immer zwei oder drei versammelt sind und etwas in der Nähe ist, das des Stehlens wert ist.“

„Da müßte er ja hier drinnen sein,“ lachte sie.

Allan fuhr bei ihren leicht hingeworfenen Worten zusammen. Was war ihm doch früher am Abend eingefallen? Und nach welcher anderen Erinnerung fahndete er nur?

Yussuf Khan, der Mrs. Bowlby mit tiefem Ernst beobachtet hatte, sagte:

„Es ist unbestreitbar, daß einige der Tänzerinnen, die der Besitzer dieser Karawanserei aufgetrieben hat, nicht des Reizes entbehren. Aber ich für meine Person finde weit größeres Gefallen an Eurer Tochter, die mir herangewachsen genug scheint, um verehelicht zu werden.“

Mrs. Bowlby stieß einen Schrei aus, wie ein in der Schlinge gefangener Papagei und wandte sich jäh von den Tänzerinnen ab, die in einem Zyklon von nackten Gliedern und blinkendem Gold umherwirbelten.

„Helen!“ rief sie. „Helen, du darfst kein Wort von dem hören, was er sagt!“

„Nein, Mama.“

„Sie sollten sich schämen!“ fuhr Mrs. Bowlby an Yussuf Khan gewendet fort. „Sie sollten sich die Augen aus dem Kopfe schämen! Wo Sie hundertfünfzig Weiber haben, die Sie Frauen nennen, Sie sollten sich schämen, meinem armen, unschuldigen Kinde Fallstricke zu legen!“

„Diese hundertfünfzig Frauen“, sagte Yussuf Khan, „sind schon lange in meinem Palast. Ueberdies können sie weggeschickt werden, wenn es nötig ist. Vielleicht ist es leichter, eine Frau zu lieben als hundertfünfzig.“