Mrs. Bowlby umklammerte ihren Sorbetbecher, wie um ihn ihm an den Kopf zu werfen und starrte ihn sprachlos an. Yussuf Khan fuhr ebenso ruhig wie immer fort:

„Mein Geschlecht zählt achtundvierzig Ahnen, und von meinem Palast und meinen Besitztümern legen diese Juwelen ein wenn auch unwürdiges Zeugnis ab. Wäre der Juwelenkünstler, der zur Linken meines Lehrers sitzt, nicht von einem Weibe betört worden, worum wir ihn alle beneiden müssen, hätten diese Juwelen ein anderes und gewinnenderes Aussehen.“

„Helen!“ schrie Mrs. Bowlby mit erstickter Stimme, „Helen, höre nicht auf ihn!“

Miß Helen wollte etwas antworten, und die schwarzen Diener erschienen eben in feierlicher Prozession mit einer Reihe Silberschüsseln in den erhobenen Händen, als Allan eine Idee durchzuckte. Die Erinnerung, nach der er gesucht hatte, war aufgetaucht, und im selben Augenblick war die Idee gekommen — wahnsinnig, aber!! Er beugte sich hinter Miß Helens Rücken zu Oberst Morrel vor. Er flüsterte dem Obersten zwei Fragen zu, worauf dieser ihn anstarrte wie einen Wahnsinnigen, bis er endlich die Sprache wieder fand.

„Ja, was zum Henker soll das heißen?“ brüllte er. „Sind Sie denn ganz toll?“

Allan erhob sich von seinem Platz.

„Was das heißen soll?“ rief er, indem er mit blitzenden Augen auf Yussuf Khan deutete. „Das soll heißen, daß der Mann, der da sitzt, gar nicht Yussuf Khan, Maharadscha von Nasirabad ist!“

Er hatte kaum diesen Satz herausgeschleudert, als an die Eingangstür des Festsaals geklopft wurde. Sie öffnete sich, und drei wunderliche Gestalten erschienen auf der Schwelle.

Zuerst kam der Mann, der behauptet hatte, einem Feste in seinem eigenen Hotel nicht beiwohnen zu können — der Direktor des Grand Hotels Hermitage. Dann kam eine Frau, bei deren Anblick Mrs. Bowlby zurückprallte wie vor dem Anblick einer Klapperschlange, und schließlich ein Mensch im zerdrückten Anzug und nicht ganz reinem Kragen, der eine gewisse Aehnlichkeit mit dem Maharadscha von Nasirabad aufwies.

XIII
Yussuf Khans Heirat