Er ging dem Obersten entgegen, der sich noch nach der Verbrecherjagd die Stirne wischte und hie und da mit einem gemurmelten energischen Ausdruck die Fußknöchel rieb, die im Kampf gegen die Eingangstüre mitgewirkt hatten. Er starrte Yussuf Khan mit Blicken an, in denen allzu geringe Freude über die Rückkehr des rechten Thronprätendenten zu lesen war.

„Eine saubere Geschichte,“ rief er, als trüge Yussuf Khan die Schuld an Herrn Mirzls Missetaten. „Habe ich gesagt eine verdammt saubere Geschichte? Was sage ich, ein ganzer Knäuel von verdammt sauberen Geschichten! Hätte Gott uns nicht diesen jungen Mann gesandt“ — er wies auf Allan — „so weiß der Teufel, wie es jetzt aussehen würde.“

„Wer ist dieser junge Mann?“ sagte Yussuf Khan.

„Er hat einen Namen, an dem man sich die Zunge zerbricht. Aber das tut nichts. Das ist das drittemal, daß es ihm gelungen ist, den Erzgauner zu überlisten, der sonst gewiß den Satan selbst beschwindeln kann, wenn er es darauf anlegt. Haben sie viele solche in Deutschland, wo er herkommt, dann begreife ich, daß wir Zölle gegen alles brauchen, was aus diesem Lande kommt. Dieser junge Mann — ja hören Sie nur!“

Er gab dem Maharadscha eine kurze, aber bunte und pittoreske Beschreibung Von Herrn Mirzls und Allans drei Duellen und unterließ es nicht, moralische Reflexionen über Yussuf Khans eigenen Anteil an den Malheurs einzuflechten, die ihn (Oberst Morrel) seit der Ankunft in Europa heimgesucht hatten, einem Weltteil, der vor Scham errötete, daß sich solche Dinge vor seinen Augen abspielten. Yussuf Khan hörte geduldig zu, bis er zu Ende war, und sagte dann:

„Mein Lehrer Ali hat mir gesagt, daß es Eure Absicht war, Oberst Morrel Sahib, morgen nach Nasirabad mit diesem Betrüger als König an meiner Statt abzureisen. Ist das richtig?“

Der Oberst knurrte ein halb zorniges, halb verlegenes „Ja“.

„Es ist gut. Dasselbe ist nun meine eigene Absicht. Was diesen jungen Mann betrifft, werde ich mir später überlegen, was geschehen soll, um ihm meine Dankbarkeit zu bezeigen. Vorher kommt etwas anderes. Ich bin über das Meer in dieses Land gereist, um mir eine passende Gemahlin aus dem Volke der Sahibs zu erringen.“

„Eine Prinzessin,“ knurrte der Oberst. „Diesen Plan müssen wir schon auf den Nagel hängen, nach allem, was Ew. Hoheit hier in London angestellt haben. Weiße Prinzessinnen sind ein bißchen heikel.“

„Ihr sprecht töricht, Oberst Morrel Sahib, wir müssen diesen Plan nicht auf den Nagel hängen, wie Ihr sagt. Vielmehr wird schon an diesem Abend meine Vermählung gefeiert werden.“