Sie haben meine Pläne dreimal durchkreuzt, aber ich bin Ihnen nicht böse. Ich bin ja selbst in die Falle gegangen. Wie Herr van Schleeten ließ ich mich von einer Frau betören. Ich strebte drei Jahre nach ihrer Hand, und sie verschmähte mich, um über fünfzehn Millionen Neger zu herrschen. Aber einen Rat: Lassen Sie uns kein viertesmal zusammentreffen!

Mirzl.“

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Die Privatauseinandersetzung zwischen Allan und der ehemaligen Mrs. Langtrey gestaltete sich kurz und bestand nur in einem Lächeln und einem Händedruck.

XIV
Einfach, Nasirabad!

Es besteht eine eingewurzelte Ueberzeugung bei alten Alkoholikern, daß kein Katzenjammer schlimmer ist, als der, den man vom Champagner bekommt. Allan Kragh war nicht abgeneigt, dieser Anschauung am Morgen nach Yussuf Khans Vermählung beizupflichten.

Eigentlich war seine Lage nicht sehr angenehm. Nun wohl, er hatte Abenteuer gehabt, Abenteuer aus Tausendundeine Nacht, Champagnerabenteuer — aber an diesem Morgen verspürte er hauptsächlich den Katzenjammer darnach. Seine Kasse hatte Herr Mirzl übernommen, und er wußte noch nicht, ob das Hotel dafür Ersatz leistete. Daß Herr Mirzl es nicht tat, war ziemlich ausgemacht. Yussuf Khan hatte von Belohnung für die Dienste gesprochen, die er dem Herrscher Nasirabads erwiesen, aber nach einer unbestimmten Aeußerung in dieser Richtung hatte er den Abend vorübergehen lassen, ohne daß mehr darüber verlautete. Allerdings hatte er das Halsband aus der Kronjuwelensammlung Nasirabads, aber da er es von Herrn Mirzl während dessen kurzer Regierungszeit erhalten, konnte er offenbar nichts anderes tun, als es zurückerstatten. Und selbst, wenn er vom Hotel Ersatz bekam, was sollte er dann anfangen? Nach den Abenteuern, die er nun gehabt, würden die meisten Erlebnisse schal wirken. Nach Hause reisen? Bei dem Gedanken an die brüllenden Akzeptanten daheim fühlte er einen Schauer wie der Gladiator bei dem Gedanken an die ausgehungerten Löwen der Arena. Nun, fürs erste war wohl nichts anderes zu tun, als zum Direktor zu gehen und zu fragen, wie es mit dem Ersatz für das gestohlene Geld stand.

Der Direktor hatte offenbar denselben Champagnerkatzenjammer nach den Erlebnissen des gestrigen Tages wie Allan. Er war verschlossen und nicht besonders entgegenkommend.

„Wie ich Ihnen schon gesagt habe, ich kann die Sache selber nicht entscheiden. Natürlich weiß ich alles zu schätzen, was Sie, wenn nicht für das Hotel, so für einen der Gäste getan haben, aber wie gesagt, ich kann nichts Bestimmtes versprechen, bevor ich nicht mit der Direktion gesprochen habe.“

Allan ging mit einem Achselzucken und spazierte ein paarmal durch die große Halle, bis er sich erinnerte, daß Yussuf Khan und sein Gefolge schon zu Mittag abreisen sollte, und daß es daher an der Zeit war, das Halsband des Ex-Maharadschas Mirzl zurückzustellen. Er hatte es im Bankkontor bei dem jungen Manne deponiert, der einmal Herrn Mirzl sein Geld ausgeliefert hatte. Seltsamerweise war es noch da! Aber es brauchte Zeit, bis der junge Bankbeamte genügend von seiner Identität überzeugt war; und die Mühe, ihn zu überzeugen, brachte Allan nicht gerade in bessere Laune.