„Vielleicht später,“ sagte Allan. „Ich möchte Sie gerne etwas fragen, Portier.“

Er wühlte einen Augenblick in seinen Erinnerungen an Sherlock Holmes.

„Ich glaube hier im Hotel eine Bekannte gesehen zu haben, eine Dame. Ich bin meiner Sache aber nicht ganz sicher und möchte nicht zudringlich erscheinen, Sie verstehen, Portier. Sie ist blond, schlank, von Mittelgröße oder etwas darüber, sieht sehr gut, aber ein bißchen hochmütig aus und speiste vorgestern mittag im Speisesaal — — —“

Ein plötzliches Rauschen von Seidenröcken neben ihm ließ ihn zusammenzucken. Er wandte sich seitwärts und da stand die Unbekannte selbst!

„Ich hörte zufällig Ihre freundliche Anfrage,“ sagte sie. „Sollte am Ende ich es sein, die Sie dem Portier beschrieben haben?“

Diesmal konnte kein Zweifel über ihren Gesichtsausdruck herrschen, wie vor zwei Tagen im Speisesaal. Jetzt war es genau dieselbe Miene, die er vom Expreß her kannte; und ihre grauen Augen hatten einen Blick, der ihm kalt über das Rückgrat lief. Endlich gelang es ihm, sich zu fassen.

„Sie, Madame? Soviel ich weiß, habe ich nicht das Vergnügen, Sie zu kennen.“

„Ich Sie auch nicht — dem Namen nach.“

Es lag eine vernichtende Betonung auf den letzten zwei Worten, die nur zu gut ausdrückten, was sie meinte — die Szene in Köln, wo sie ihn vor fünf Tagen arretieren gesehen hatte. Allan nahm eine hübsche Preißelbeerfarbe an, aber es gelang ihm zu sagen:

„Sie haben gewiß etwas mit dem Portier zu besprechen. Ich will mich außer Hörweite zurückziehen, damit ich Sie nicht zu belauschen brauche.“