„An Sie, Sir. Sie sind doch der Herr, der auf Nr. 417 wohnt, nicht wahr?“

„Das stimmt.“

Allan nahm den Brief von dem Tablett des Livrierten und belohnte ihn mit einem Sixpence. Aus alter Gewohnheit prüfte er das Kuvert, das eine verwischt abgestempelte Marke trug und suchte vergeblich zu ergründen, ob Paddington, Kensington oder Kennington daraufstand. Dann riß er das Kuvert auf, das, wie es sich zeigte, folgendes Schreiben enthielt:

„Lieber Herr Kragh! Nehmen Sie es nicht übel, wenn ich Ihnen einen guten Rat gebe: Verannoncieren Sie doch nicht Ihr Geld, um diesen Träger zu erwischen. Das einzige Resultat, wenn Sie so fortfahren, wird sein, daß Sie den Besuch irgendeines Schwindlers bekommen, der Ihre zwei Pfund nimmt und Ihnen den Buckel vollügt. Der wirkliche Träger kommt nie; sein Trägeramt währte nur einen einzigen Abend, und seine Ehrlichkeit ist zu groß, als daß er es so machen würde, wie jene Schwindler, vor denen er Sie soeben gewarnt hat.

Also, inhibieren Sie weitere Annoncen!

In Eile Ihr ergebener
Dr. Hauser,
alias Ludwig Koch,
alias ...... (nach Belieben).

P. S. Ich freute mich, daß Sie Star, Daily Mail und Daily Citizen für die Annonce gewählt haben und nicht die großen teuren Pennyzeitungen! D. O.“

Allan starrte stumm das kleine Schriftstück an. Das war doch ein Teufelskerl! Der mußte im Nacken und an allen Fingern Augen haben! Die Annonce hatte ja gar keinen Namen enthalten, nur die Adresse Grand Hotel Hermitage, und trotzdem hatte dieser Erzschelm sofort begriffen, von wem sie herrührte. Allan gab sich eine Weile der Bewunderung für Herrn Benjamin Mirzl hin und überlegte, was dieser Herr wohl in London vorhaben mochte. Nicht zum mindesten wunderte es ihn, daß Herr Mirzl sich Zeit nahm, sich mit einer so unbedeutenden Person, wie er es war, abzugeben. Schließlich steckte er den Brief in die Tasche und nahm sich vor, Bowlbys von der Sache zu erzählen.

Er fand dazu Gelegenheit, als er gegen sieben Uhr in den Speisesaal des Hotels kam. Mr. Bowlby mit Familie saß an einem der Tische in der Mitte des großen Speisesaales, im Schatten der Palmen rings um den ewig rieselnden Gold- und Marmorspringbrunnen. Er winkte Allan einladend zu, und dieser beeilte sich, der Aufforderung nachzukommen. Diese originellen, urwüchsigen Menschen waren ihm höchst sympathisch. Er ließ sich nieder und erzählte Herrn Mirzls neue Leistungen, unter eifrigen Kommentaren von Mrs. Bowlby.

„Wollen wir wetten, Mr. Cray, daß dieser Kerl die Leute in London ausplündert! Das ist eine feine Nummer! Warum glauben Sie, hat er Ihnen Ihre Koffer zurückgeschickt?“