Herr van Schleeten beschloß, daß beim Souper im Savoy Champagner und nicht Bordeaux serviert werden sollte.

Dies war Donnerstag, den 11. September. Herrn van Schleetens Geschäfte zwangen ihn zu einer Spritztour nach Amsterdam, die auf die nächsten drei Tage Beschlag legte. Als er Montag, den fünfzehnten, zu früher Morgenstunde nach London zurückkehrte, erwartete ihn die Mitteilung, daß Seine Hoheit, der Maharadscha von Nasirabad am selben Tage in der Weltstadt eintreffen sollte, und, um sobald als möglich mit präsentablen Juwelen auftreten zu können, sein sofortiges Erscheinen im Grand Hotel Hermitage wünschte.

Herr van Schleeten empfand einen Augenblick Verwunderung, daß Seine Hoheit und Mrs. Langtrey dasselbe Hotel gewählt hatten, aber vergaß sie bald über der angenehmen Perspektive, sie im Hotel zu treffen und das Datum für das kleine Souper festzusetzen, das er nun halb und halb an einen bedeutend diskreteren Ort als das Savoy zu verlegen gedachte, beispielsweise seine eigene überaus diskrete Privatwohnung. Er verfügte sich ohne Aufschub in das Hotel.

Der Direktor empfing ihn selbst und führte ihn in die Suite des Maharadscha im ersten Stock. Nach ein paar Minuten des Wartens wurde Herr van Schleeten in die Privaträume des Maharadscha geleitet, und sah sich einem bräunlichen, etwas korpulenten, jungen Manne mit dunklem Schnurrbart gegenüber, offenbar Sr. Hoheit, einem graubärtigen alten Hindu, dessen Identität ihm unbekannt blieb, und einem Engländer von militärischem Typus mit weißem Schnurrbart. Der letztere ergriff das Wort:

„Sie sind Mr. van Schleeten aus Amsterdam, Spezialist in Juwelen?“

„Ja.“

„Seine Hoheit wünscht Sie wegen Aenderungen einiger besonders wertvoller Schmuckstücke zu konsultieren. Sie verstehen, besonders wertvoll!“

„Wertvoll!“ unterbrach der junge Maharadscha, „Morrel Sahib, wie könnt Ihr sie wertvoll nennen! Sie sind ebenso unwürdig der weißen Fürstinnen wie ich selbst. Vielleicht können sie ihrer würdig werden durch die Hilfe dieses Mannes, dessen Belohnung und Ehre in solchem Falle nicht gering sein werden.“

„Kann ich die Schmucksachen sehen?“ sagte Herr van Schleeten, der fand, daß dieser Meinungsaustausch den Juwelen kein gutes Prognostikon stellte, und der an Mrs. Langtrey dachte.

Auf einen Ruf von Oberst Morrel öffneten sich die Türen zu einem inneren Gemach, und zwei schwarze Diener von ernstem und drohendem Aussehen kamen herein, eine eisen- und kupferbeschlagene Mahagonikassette von ansehnlichen Proportionen schleppend. Die schwarzen Diener verschwanden wieder, Herr van Schleeten wurde aufgefordert, sich abzuwenden und hörte einiges Knirschen und Knacken. Offenbar wurde diese Kassette durch ein verwickeltes Sesam geöffnet, in das man ihn nicht einweihen wollte.