„Aber heute abend müssen Sie mir gestatten,“ sagte Herr van Schleeten hastig. „Geben Sie mir die Weinkarte, Kellner.“

Sie nickte leicht und wählte ein paar Speisen. Herr van Schleeten, der die Champagnerliste durchforschte, bemerkte, daß sie auf französisch bestellte. Er war ein bißchen verwundert, und nachdem der Kellner verschwunden war, sagte er:

„Ich habe geglaubt, Sie waren nie in Frankreich, Mrs. Langtrey.“

„In Frankreich?“ wiederholte sie nach einem Augenblick. „Nein, warum denn? Ach so, weil ich Französisch spreche! Das tut doch jeder gebildete Mensch.“

Herr van Schleeten beeilte sich, das einzuräumen.

Erst beim Dessert begannen sie von ihm und dem, was er vor hatte, zu sprechen. Die Zeit bis dahin war mit ihren Berichten über die Gründe ihrer überstürzten Abreise ausgefüllt gewesen, und Herrn van Schleetens Sympathieausbrüchen bei der Anhörung derselben. Es war dieser zudringliche Freier! Natürlich! Der brutale Egoist! (Herrn van Schleetens Generalurteil.) Der rücksichtslose Geselle. Ganz einfach telegraphieren: „Ich komme, erwarten Sie mich,“ und sich einbilden, daß alles in Ordnung ist! Daß die Heirat ohne weiteres stattfinden kann! Ach, was für verächtliche Typen es doch in der menschlichen Komödie gibt (Herr van Schleeten); Wie schwer das Leben für eine arme Frau ohne Freunde ist (Mrs. Langtrey); Aber schön für den, der einen einzigen guten Freund hat (Herr van Schleeten).

„Wollen Sie wirklich mein Freund sein?“ murmelte sie.

Herr van Schleeten erklärte sich bereit, diese Rolle ohne alle Einschränkungen zu übernehmen.

„Mein wirklich guter Freund, nichts anderes?“ setzte sie fort.

Herr van Schleeten ging auch darauf ein, allerdings nicht so eifrig wie auf das erste Programm. Aber er schenkte noch Champagner in ihr Glas, im Vertrauen auf diesen gelben Wein, im Notfalle auf die Zukunft. Sie war ja Amerikanerin, und die Amerikanerinnen — man weiß schon. Ein bißchen Belagerung.