„Wie froh bin ich, daß ich Sie getroffen habe!“ flüsterte sie und ließ, wie zerstreut, ihre kleinen Finger Herrn van Schleetens etwas volle Hand streifen. „Nein, wie der Zufall einem manchmal helfen kann, wenn man es am schwersten hat. Wenn es nun der Zufall war!“
Herr van Schleeten sprach die feste Ueberzeugung aus, daß es die Vorsehung gewesen, und suchte die kleinen Finger zu erhaschen, die sich rasch aus seinem gierigen Griff retteten.
„Sprechen wir von Ihnen,“ unterbrach sie. „Was machen Sie denn jetzt? Sind Sie sehr beschäftigt?“
Herrn van Schleeten wandelte die Lust an, sich interessant zu machen und zu zeigen, was er alles konnte, dieselbe Lust, die der Grund ist, daß er und wir alle, dank unserem Stammvater, nicht mehr im Paradiese wohnhaft sind. Mit einer Beredsamkeit, die sie offenbar ganz und gar bestrickte, beschrieb er den Auftrag, den er vom Maharadscha empfangen, und wurde bei der Schilderung der Juwelen geradezu dramatisch. Plötzlich fiel sie ihm mit funkelnden Augen ins Wort:
„Ich muß sie sehen!“ rief sie. „Ich liebe Juwelen! Ueber alles andere auf Erden.“
„Ueber alles andere auf Erden?“ wiederholte Herr van Schleeten enttäuscht. „Ich fürchte, das ist unmöglich, Mrs. Langtrey, es war schon indiskret von mir, Ihnen überhaupt davon zu sprechen.“
„Mir! Haben Sie schon vergessen, daß Sie versprachen, mein Freund zu sein? Wenn es etwas auf Erden gibt, das mehr wert ist als Diamanten, ist es wahre Freundschaft. Und einem Freunde muß man seine intimsten Geheimnisse erzählen können, nicht wahr, Herr van Schleeten?“
Herr van Schleeten gab zu, daß sie recht hatte. Aber ihr die Juwelen zu zeigen —
„All right. Wir sprechen nicht mehr darüber,“ sagte sie, mit einem kleinen Unterton kühler Verwunderung in der Stimme, der Herrn van Schleeten einen Schauer über den Rücken jagte. „Sie brauchen sich wegen Ihrer Indiskretion keine Sorgen zu machen. Ich plaudere nichts aus.“
Der rosige Wachskerzenschimmer über Herrn van Schleetens Zukunftsträumen zuckte bei ihrer kalten Stimme wie unter einem Luftzug. Er beeilte sich, einen stammelnden Satz zu beginnen: