IX
Yussuf Khans Wiederkehr
Als die Detektivs endlich gegangen waren und die Familie Bowlby unter dem Präsidium Mrs. Bowlbys die Einbruchsaffäre und Mrs. Langtreys Verschwinden zu Ende debattiert hatte, dachte Allan an sein eigenes Privatmißgeschick; aber es wäre unwahr zu sagen, daß er es sehr schwer nahm. Was hatte er sich doch zugeflüstert, als er vor einigen Tagen die Küste der Heimat verbleichen sah? Vorwärts, den Abenteuern entgegen! Schicksal, en garde! Unleugbar waren ihm Abenteuer begegnet; aber das Schicksal hatte seine Herausforderung ebenfalls angenommen und zu einem recht fühlbaren ersten Gegenstoß ausgeholt. Wäre Herr Mirzl nicht ebenso exzentrisch gewesen, als er kühn war, so stünde Allan heute ohne Koffer und Kasse da — und was hätte er dann angefangen? Nach Hause telegraphiert ...? Das Vorstellungsbild der jetzt wohl laut brüllenden Akzeptanten ließ ihn rasch davon abstehen, diesen Gedanken zu Ende zu verfolgen. Auf jeden Fall wollte er einer Wiederholung vorbeugen. Es konnte ja geschehen, daß Herr Mirzl in seiner Exzentrizität sein Urteil kassierte und die Geldbuße in gleicher Weise zurückschickte wie damals die Koffer; aber in der Erwartung dessen war es wohl am besten, den Rest der Reisekasse außer Reichweite für ihn zu placieren. Am Mittwoch deponierte Allan ihn folglich im Bankkontor des Hotels, nur gegen von ihm signierte Schecks oder Quittung zu beheben. Zwei Exemplare seiner eigenhändigen Namensunterschrift wurden dem Bankbeamten eingehändigt.
Am selben Abend gegen sieben Uhr sah Allan den alten Herrn mit der Raubvogelnase, der, wie er nun wußte, der Juwelenspezialist Mynheer van Schleeten war, die Treppe von der Wohnung des Maharadscha herunterkommen. Er sah ein bißchen erregt aus. Als der Hoteldirektor etwas später die Halle passierte, nahm Allan seinen ganzen Mut zusammen und ging auf ihn zu.
„Darf ich Sie etwas fragen, Herr Direktor?“
Der Direktor, der Allan von dem gestrigen Verhör kannte, nickte wohlwollend. Das war ja dieser junge Mann, dem man es zu danken hatte, daß nicht alles verloren war.
„Sie haben noch keine Nachrichten vom Maharadscha?“
Der Direktor schüttelte düster den Kopf.
„Leider nicht. Sie sind doch diskret gewesen, hoffe ich?“
„Absolut. Ich habe kein Wort über die Sache zu irgend jemand verlauten lassen außer der Familie Bowlby. Aber darf ich Sie etwas fragen? Ich sah gerade den alten Juwelier, den der Maharadscha berufen hat, aus seinem Appartement herunterkommen. Arbeitet er denn an den Juwelen, obwohl Se. Hoheit verschwunden ist?“
„Ja, er kam heute morgen, und da ich nicht wußte, was ich tun sollte, führte ich ihn zu Oberst Morrel hinauf ...“