Der Direktor neigte den Kopf und ging in das Bureau.

Kurz darauf wurde Allan Zeuge einer Szene, über die er hell aufgelacht haben würde, wenn er ihren Ernst nicht erkannt hätte. Der alte Oberst kam die Treppen herunter und stürzte mit nervösen Schritten auf das Bureau zu. Im Vorbeieilen warf er Allan einen ergrimmten Blick zu. Offenbar war er noch durchaus nicht überzeugt, daß nicht alle Attentate ihren Ursprung von Allan herleiteten. Bevor er noch das Bureau erreicht hatte, kam der Direktor wieder herausgeeilt; in seinem Gesicht prägte sich die lebhafteste Erregung aus. Bei dem Anblick des Obersten stieß er einen kleinen Schrei aus. Allan sah ihn mit gesenkter Stimme dem alten Krieger etwas mitteilen. Der Oberst starrte ihn regungslos an und stieß dann ein Gebrüll aus, bei dem die Leute rings in der Halle von ihren Klubsesseln emporfuhren. In der nächsten Sekunde stürzte er wie ein Wahnsinniger die Treppen hinauf. Allan eilte auf den Direktor zu, um ihn zu fragen, was denn los sei. Hatten sie den Maharadscha ermordet?

„Der arme Oberst Morrel,“ sagte der Direktor. „Mich soll es wundern, wenn nach seinem letzten Geheul nicht das ganze Hotel weiß, wie die Dinge stehen.“

„Was gibt es denn? Ist Seine Hoheit tot aufgefunden?“

„So schlimm ist es nicht — noch nicht. Aber er ist überhaupt nicht gefunden, und das ist fast ebenso arg.“

„Aber das wußte ja der Oberst schon?“

„Ja, aber wir hatten eben eine telephonische Botschaft vom Inspektor Mc. Lowndes — Sie wissen, der magere Mann, der Sie gestern früh verhört hat. Seine Leute haben das Lokal herausgeschnüffelt, von dem Sie sprachen!“

„Sie haben den Feuerfresserklub gefunden?“

„Offiziell heißt er irgendwie anders — englisch-französische Theaterfreunde oder so ähnlich. Feuerfresserklub ist nur ein Kosename unter den Mitgliedern. Ein Mann namens Hardy steht dem Ganzen vor. Die Papiere waren in Ordnung. Hardy hat nie etwas von Mirzl oder seinem Anhang gehört. Vor zwei Tagen erhielt er den Besuch der zwei Herren, die Sie beschrieben haben, Stanton und dem anderen, der unter dem Namen Müller eingeschrieben war. Sie bestellten die Logen Nr. 5 und 6 für den Abend, das war das Ganze, und alles was Hardy wußte oder wissen wollte. Der Diener konnte auch nicht viel mehr sagen. Wie es Ihnen gelungen ist, herauszukommen, war ihm ein Rätsel, da er allein die Gäste ein und aus ließ. Gegen drei Uhr morgens war er durch ein Signal aus Nr. 5 alarmiert worden, wo er sowohl die Gesellschaft von Nr. 6 wie die von Nr. 5 vorfand, mit Ausnahme von Ihnen. Er stellte eine Frage nach Ihnen an Müller, der antwortete, daß Sie drinnen seien und tanzten und solange bleiben könnten als Sie wollten. Er, Stanton und die zwei dunklen Herren, die leider etwas angeheitert waren, wollten jetzt gehen. Sie verstehen, sie hatten nun Ihre Flucht entdeckt und waren erschrocken. Der Diener half ihnen, den Maharadscha und den alten Hofdichter, von deren Identität er keine Ahnung hatte, in den Lift hinauszutragen. Unten auf der Straße bestiegen sie ein Auto, und er sah sie fortrollen. Die Autonummer sah er nicht an, und die Adresse hörte er nicht. — Das ist das Ganze. Sie verstehen also, daß der Maharadscha in den Krallen der Gauner ist, und Sie verstehen wohl auch, was das bedeutet.“

„Erpressung?“