[89] Das ärztliche Gutachten, welches ganz entschieden das Gegentheil sagte, blieb unberücksichtigt.

[90] Aus dem „Archive des Kriminalrechtes,” mitgetheilt von Dr. E. F. Scuchay, Advokaten in Frankfurt a. M., wo sich der Fall ereignete.

[91] In dieser Zeit schrieb er einen Brief an einen seiner Lehrer, worin er folgende Schilderung seines Zustandes gibt:
„Der Unterleib ist verhärtet, die Gedärme scheinen schlaff und sich gesenkt zu haben, Verstopfung ist gewöhnlich, der Kopf ist wie von Dunst umzogen, die Nerven wie angespannt und krampfig. Wenn der Schmerz stark wird, so schmerzt die Gehirnhaut auch.”

[92] Viele in den Akten enthaltene Aufsätze und Briefe zeigen jenen unglücklichen Hang des Roth zur Philosophie. In Bezug auf die angeführte Idee ist wichtig, dass er einst einem seiner Lehrer den Widerwillen gegen die Mathematik dadurch erklärt hat: bei der Idee der Einheit entstünden in ihm die allerbeunruhigendsten Zweifel. Ferner ist von grosser Wichtigkeit das hier folgende Aktenstück, welches verschiedene, an sich selbst von Roth gerichtete und sich selbst im Namen der Philosophie, der Medizin und der Theologie beantwortete Fragen enthält:

„Ist es erlaubt, Solche, von denen man sagt, dass ihre übersinnliche Natur, wenn sie noch länger mit der Körperwelt in Verbindung stehe, verloren gehe, von dieser Körperwelt zu trennen? Sorgfalt bei der Untersuchung (das könnte denn gewiss bei scharfblickenden Aerzten eine grosse Frage sein). Wer spricht von einer solchen Vernichtung des Uebersinnlichen statt des Irdischen?

Der Philosoph.

Frage wegen Erlaubtheit des Selbstmordes für Solche, die sich unrettbar erkennen.

Theolog.

Dürfen sie denn keine Erlösung glauben?”

„Du nahst heran, mein letzter Tag!”