„Auch ich bin nicht zu dem Berühmten gekommen, nur zu jenem Fremden, von dem ich hörte, daß er leidend sei, eine plötzliche Eingebung hat mich zu Ihnen getrieben.“
„Das ist gut so — und sollte mich dennoch Neugierde antreiben, antworten Sie mir nicht. Wenn Sie Ihr Taschentuch ziehen, verbergen Sie Ihr Monogramm. Ich will nicht einmal die Anfangsbuchstaben Ihres Namens wissen, will nicht wissen, ob eine Krone sie ziert und wie viel Zacken sie trägt. Ich will Sie nur sehen — — Sie sind schön. Ihre Augen strahlen so seltsam —“
„Von Tränen!“
„Von Tränen, oh, diese kostbaren Karfunkel. Wir sollten Sie aufsparen für die Stunden unseres höchsten Glückes.“
„Nicht für die, da wir ihm nachweinen?“ —
„Man kann nie wissen, ob nicht ein Größerer noch kommt, dem wir dann noch heißere Tränen weihen müßten. Mögen sie uns nie versiegen, diese posthumen Glückstränen. Madame, ich gestehe Ihnen, meine Augen waren feucht, ehe Sie kamen. Nun werden sie es sein, nachdem Sie gegangen sind.“
„Sie werden eine neue Geschichte schreiben und die Tinte wird die Tränen aufsaugen — —“
„Sie verachten die Dichter?“
„Ich liebe die Künstler nicht. Sind sie nicht der Abfallstoff der Kunst? Ein verbrannter Rest —“
„Ja, ein trauriger Stoff sind sie und einer der traurigsten steht vor Ihnen.“