„Ich bin gekommen, um Abschied zu nehmen, Hedi,“ sagte er und setzte sich neben sie. „Ich reise nach Paris.“
„Nach Paris!“ Hedwig schlug die Hände zusammen und lachte. „Ei, was du nicht sagst! Du Glücklicher! Grüß mir die Annaselbdritt und die Mona Lisa und die Wasserspeier von Notre Dame.“
„Nein, ich spaße nicht,“ sagte er und zog bekräftigend das Kuvert mit dem Geld aus der Brusttasche. „Ich möchte dich auch bitten mir dies aufzubewahren und es mir Samstag auf den Bahnhof zu bringen.“
„Samstag schon? Mit deinem Französisch traust du dich nach Paris?“
„Habe seit zwei Wochen eifrig aufgefrischt.“
Eine Pause entstand mit der stummen Frage, was es mit der Reise für eine Bewandtnis habe. Aber Hedwig liebte es nicht, befragt zu werden, so war auch sie diskret.
„So, so. Und was sagt man zu Hause dazu?“ fragte sie nach einer Weile.
„Niemand weiß etwas. Ich verschwinde. In zwei oder drei Tagen trage ich zwei Pakete mit meinen Sachen von zu Hause weg und bringe sie zu dir. Dann esse ich mit ihnen, sage Gute Nacht, ziehe mich in meine Bude zurück und verschwinde unter Zurücklassung einiger sachlichen Abschiedsworte.“
„Hat man dich wieder gehunzt?“ fragte Hedwig. „Kann denn nicht Friede werden! Weißt du auch, was du tust? Die Eltern sind doch alt. Sollen sie zwei Kinder verloren haben? Wie wirst du dich fortbringen?“
„Wenn du es kannst und mit dem Jungen, dann werde ich es wohl auch können.“