„Und du willst auch an ihr wieder vorübergehen, obwohl du jetzt schon schmerzlich dein Entgleiten vorausfühlst, auch an diesem Mädchen, das dir teuerer ist als dir andere waren?“ sagte Celia mit schmerzlichem Vorwurf.

„Gerade sie darf ich nicht halten,“ sagte Givo, „weil so seltsam und unentwirrbar fein die Fäden ihres Wesens sind.“

„Du mußt sie stärker machen,“ erwiderte Celia.

„Damit ich sie doch dann zerreißen muß?“

„Lehrst du nicht selbst, der Zukunft unbesorgt zu sein?“

„Nicht meine Zukunft fürchte ich, nicht mein Leiden oder Unterliegen, sondern das ihre.“

„Du vergißt, wie selbstlos Frauen in ihrem Glück sind.“

„Und wie undankbar oft, denn ihr Genuß ist nicht der Genuß selbst, es ist das Lieben und höret nimmer auf.“

„Das macht uns ja so stark in der Liebe, daß wir doppelt gebunden sind, an sie selbst und an ihren Gegenstand. Und gerade unsere Ausdauer läßt sie Kränkungen und Zurücksetzungen überleben.“

„Aber es wird dann oft Haß aus ihr: eine andere Form der Liebe. Haß für den, der sie leichthin genoß, und wenn nicht Verbitterung, Liebe den Leidenden der Mehrheit.“