„Ich will sie aufnehmen in mein Leben, sobald du sie mir zuführst,“ sagte er.

„Ja, nun ist sie unter meinem Schutz und soll es noch eine Weile bleiben. Du magst um sie werben.“

„Wie soll ich das! Mein Glaube kennt keine Vermählung in Gotteshäusern. Was verlangst du an äußeren Zeichen?“

„Daß du sie hältst wie deine Frau und niemals mit einer anderen wohnst, daß du sie nicht verlassest oder ihr Schmerz bereitest, der ihr die Heimstatt verstört. Daß du ihr die Ruhe des Verweilens schenkest ohne sie fühlen zu lassen, daß du einen Teil deiner Freiheit um ihretwillen aufgegeben hast. Nichts ist beschämender für die Frau, als wenn der Mann mit der Sklavenkette klirrt. Denn wisse, Frauen, deren Rechte nicht in den Gesetzesbüchern der Menschen stehen, sie können nur vor Gott hintreten, wenn sie verletzt werden. Und sie müssen ihres Besitzes weit sicherer sein als die Ehefrauen, die das äußere Band stützt und hält, wenn sie für ihr Glück fürchten könnten. Und oft ist uns das nicht haltenswert, um das wir fürchten müssen aus fühlbarer Rechtlosigkeit.“

„Celia,“ sagte Givo, „Arabella ist nicht vom Dämon des Stolzes heimgesucht. Du warfest einst ein Glück von dir, weil du meintest, es sei dir nur gnädig zugemessen bis auf Widerruf.“

„Ja, ich fühlte die Stunde des Abschiedes in jedem Kusse bis zur Unerträglichkeit. So warne ich dich denn: gib ihr die Ruhe des Bleibens. Wenn du erwogen hast, daß du dies kannst, dann nimm sie in deine Tage und Nächte, Manuel!“

„Wie schlicht du es siehst. Es gibt Bündnisse, die uns erwählen, ein solches ist das unsrige, es ist bedingungslos geschlossen und Gott hat den Schlüssel zu sich gesteckt. Ich wollte, er behielte ihn und waltete unseres Friedens. Dir hat er ihn einst zurückgegeben, vielleicht zur Probe nur, da liefst du hin und befreitest dich. Ob nicht der andere sich umschlossen fühlt von der Erinnerung! Warum kommt er niemals, den kleinen Neffen zu sehen, Vögelchens Liebling? Er fürchtet sich vor dem lebendigen Bild. Wirst du niemals versuchen Gott den Schlüssel wiederzugeben?“

„Vorbei,“ sagte Celia und legte die Hände vor die Augen. „Es ist nicht gut den Stolz der Frau zu versuchen. Wozu die Kraftprobe, da ihr euch doch die Starken nennt!“

„Ach, Celia, ihr wäret nicht stolz, wüßtet ihr immer das Ende. Aber ihr glaubt, wenn ihr geht, man holt euch zurück und ihr habt es dann besser denn je,“ sagte er.

„Hüte dich davor, Vögelchens Stolz zu reizen!“ rief sie.