»Und Ihr thut ihm gewiß unrecht. Er ist so komisch, und wenn er sagt: Herr Geheimer Staatsanwalt...«

»Das ist eine ganz gemeine Schmeichelei,« erwiederte ärgerlich der Vater, »wie es überhaupt eine Menge von Menschen an sich haben, Leuten, mit denen sie verkehren, und besonders solchen, von denen sie etwas erhoffen, einen höheren Titel beizulegen, als sie wirklich besitzen. Und doch giebt es Schwachköpfe, die sich dadurch geehrt fühlen.«

»Du bist wirklich zu hart mit dem armen Heßberger, Papa.«

»Glaube aber nicht, daß ich ihm unrecht thue – hol' ihn der Henker! Ich, für meinen Theil, würde dem Burschen nie über den Weg trauen. Aber weshalb ich eigentlich herüberkam: Ihr kennt doch Alle den Schlosser Baumann, unsern früheren Nachbar? Du hast ja als kleines Mädchen auch immer mit den Baumann'schen Kindern gespielt, und sein ältester Sohn kommt manchmal hier in's Haus.«

»Ja, gewiß, Vater,« sagte Ottilie; »er ist Werkführer beim Mechanikus Obrich drüben.«

»Wie viel Kinder hat der Baumann?«

»Ich weiß es nicht, Vater, ich glaube aber vier.«

»Keine Tochter?«

»Doch, eine Tochter und, wenn ich nicht irre, drei Söhne.«

»Und wie alt ist die Tochter?«