»Ja, und Sie haben ihn in's Rollen gebracht.«

»Bitte,« sagte der Rath, »Sie haben mich darauf gestoßen, oder es wäre mir nicht eingefallen, diese Madame Müller aufzusuchen. Aber da ist der Hausknecht. Hören Sie, lieber Freund, sagen Sie doch dem Kutscher.... Wo ist der Kutscher denn eigentlich?«

»Er sitzt drin in der Stube,« erwiederte der Angeredete. »Es ist ihm nicht recht wohl; er hat Leibschneiden.«

»Der verfluchte Aepfelwein!« bemerkte der Major.

»Sagen Sie ihm, daß er einspannen soll,« befahl der Rath, der sich über das Leibschneiden völlig hinwegsetzte, »wir wollen augenblicklich nach Alburg zurückfahren. Ah, lieber Herr Wirth, unsere Rechnung, wenn ich bitten darf!«

»Zu Befehl, Herr Rath,« erwiederte der höfliche Mann, sein Käppchen ziehend. »Aber sagen Sie mir nur,« setzte er dann mit unterdrückter Stimme hinzu, »was haben Sie denn um Gottes willen mit der Frau Müller gehabt? Die war eben da....«

»Wir? Gar nichts. Was sollen wir mit ihr gehabt haben?« fragte Frühbach mit der unschuldigsten Miene von der Welt.

»Na, dann weiß ich nicht, was die Alte wollte,« sagte der Wirth. »Aber sie fragte mich erst um die Namen der beiden Herren und schrieb sie sich auf einen Zettel (der Major sah den Rath von der Seite an, seine schlimmsten Befürchtungen bestätigten sich), und dann hat sie geschimpft und raisonnirt, daß mir die Leute ordentlich zusammenliefen.«

»Aber über was denn?« fragte Frühbach.

»Ja, Gott weiß es! Von ihrer Tochter, und dem Baron Wendelsheim, und den Gerichten, und eine Menge anderes Zeug, ich bin gar nicht daraus klug geworden, und Ihnen gab sie erst Ehrentitel! Ja, die hat ein böses Mundwerk, wenn sie einmal losgelassen wird, und wer nicht muß, soll sich mit der ja nicht im Bösen einlassen. Sonst ist sie gut genug und legt keinem Menschen 'was in den Weg, aber wenn sie erst einmal anfängt und warm wird, dann hört sie auch gar nicht wieder auf.«