»Herr Baumann,« sagte er dabei, »ich habe Sie noch um Entschuldigung zu bitten, daß ich Sie neulich mit dem Pferd anritt; aber ich konnte wirklich nichts dafür. Der Weg war so eng und der Fuchs so ungezogen, daß ich nicht einmal im Stand war, ihn nachher einzuzügeln; er ging förmlich mit mir durch.«
»Herr Lieutenant,« sagte Baumann freundlich, »ich sah, daß das Pferd wild war, und habe später erfahren, wie gegründete Ursache Sie hatten, sich unterwegs nicht aufzuhalten. Ich erschrak allerdings im ersten Augenblick; das aber war auch das ganze Unglück, das Sie angerichtet haben. Reden wir nicht weiter davon.« – Und ihn grüßend, schritt er den wohlbekannten Weg durch den Gartensaal dem Gange zu und die Treppe hinauf zu Benno's Zimmer.
»Guten Tag, Vater!« sagte der Officier, als der junge Handwerker das Zimmer verlassen hatte. »Ich wollte Dich eben aufsuchen, um ein paar Worte mit Dir zu reden.«
»Und was steht zu Diensten, wenn ich fragen darf?«
»Hast Du kein freundlicheres Wort für mich, Vater?«
»Du wirst wieder Geld haben wollen,« sagte der Baron mürrisch, »und Du weißt, daß ich nicht mehr im Stande bin, es Dir zu geben. Die Tausende und Tausende, die ich die langen Jahre für Dich ausgelegt, haben meine Mittel erschöpft, und es wird Zeit, daß Du zurückzahlst, was Du mich gekostet, aber nicht mehr verlangst.«
»Ich bin nicht um Geld gekommen, Vater,« sagte der junge Officier ruhig, »ich brauche keins, und hoffe mich bis zu dem Tage, wo die Erbschaft ausgezahlt wird, selber durchzubringen. Nachher magst Du von mir Ersatz für das »Ausgelegte« verlangen.«
»Und wie hast Du Dein Ehrenwort damals eingelöst? Wo hast Du das Geld aufgetrieben? – wahrscheinlich die doppelte Summe dafür gezeichnet?«
»Ich habe es zu fünf Procent bekommen.«
»Zu fünf Procent?« rief der alte Mann, ihn mit einem ungläubigen Kopfschütteln von der Seite ansehend.