Bruno aber, darauf nicht achtend, fuhr langsam fort: »Allerdings bin ich dafür, wenn auch vollkommen freiwillig, eine Verbindlichkeit eingegangen, und um darüber mit Dir zu sprechen, heute hier herausgekommen.«
»Thu' mir den Gefallen und rede nicht in Räthseln und Bildern,« sagte der alte Herr mürrisch; »ich habe den Kopf schon ohnedies zu voll, um ihn mir noch damit zu zerbrechen.«
»Ich werde sehr deutlich sein, Vater,« erwiederte Bruno, indem er sich in einen Stuhl warf und den Kopf auf dessen Lehne in die Hand stützte; »es bedarf auch dabei nicht der Umschweife, denn es betrifft nur eine einfache Mittheilung, keine Frage oder Bitte.«
»Und die wäre?«
»Ich werde heirathen.«
»In der That?« sagte der Vater, doch etwas erstaunt, »so bist Du endlich vernünftig geworden. Aber wen, wenn ich fragen darf, da es, wie Du sagst, doch blos eine Mittheilung sein soll?«
»Und trage ich die Schuld, Vater, daß es so weit zwischen uns gekommen? Was habe ich gethan, was verschuldet, daß ich, so lange ich denken kann, nur wie ein Fremder, Ueberlästiger zwischen Euch herumgehe?«
»Ich verstehe Dich nicht!«
»Du hast mich nie verstanden,« sagte Bruno bitter, »mich nie verstehen wollen!«
Der alte Baron warf einen scheuen Blick auf seinen Sohn; denn so wenig er daran gedacht haben würde, etwas Aehnliches gegen ihn einzugestehen, im Herzen fühlte er die Wahrheit des Vorwurfs, und war auch deshalb nicht im Stande, ihn gleich und entschieden von sich abzuwälzen.