»Bleib' noch einen Augenblick, mein Kind,« sagte er mit herzlicher Stimme; »die Leute werden gleich mit einem Stuhle hier sein, um Dich hinaufzutragen – ich bin ihnen nur vorausgeeilt. Du darfst Dich jetzt nicht anstrengen, oder es könnte sich wiederholen.«

»Aber Kathinka wird müde mich zu halten, Papa.«

»Nein, gewiß nicht, gewiß nicht – ich könnte noch eine Stunde so knieen,« rief diese; »und dorthinten sehe ich auch schon die Leute kommen. Du darfst Dich nicht anstrengen.«

»Nun werde ich wieder diese Woche nicht mit meiner Maschine fertig,« seufzte der Knabe – »ich soll auch gar keine Freude haben! Aber da kommt auch Bruno – den habe ich recht lange nicht gesehen.«

»Und weshalb bist Du nicht fort nach dem Arzt?« rief diesem der Vater entgegen. »Was thust Du noch hier?«

»Was ich hier thue, Vater?« rief Bruno erstaunt. »Soll ich nicht selbst nachsehen dürfen, wie es dem Bruder geht?«

»Guten Tag, Bruno!« sagte der Knabe, ihm matt die Hand entgegenstreckend; »ich bin wieder einmal krank geworden.«

»Mein armer Benno – wie blaß Du aussiehst! Soll ich Dich hinauf in Dein Zimmer tragen?«

»Du wirst mir weh thun.«

»Ah, dort kommen sie ja schon mit einem Sessel,« rief Bruno; »so, das ist recht, Kathinka, laß ihn den Kopf ein wenig anlehnen. Habe nur einen Augenblick Geduld, Benno, Du sollst gleich zur Ruhe und auf Dein Bett kommen.«