»Wie ich mir's noch überlegte,« sagte der Rath, »war sie auf einmal mit einem Lieutenant verlobt, und noch dazu mit einem weitläufigen Verwandten von mir, den ich dort selber eingeführt hatte.«

»Das war Pech,« sagte der Baron; »aber, à propos, mein lieber Rath, Sie sagten mir doch einmal, daß Sie so etwas von einem Finanzmann wären?«

»Ei, gewiß,« rief Rath Frühbach rasch, »ich könnte Ihnen da Arbeiten zeigen...«

»Bitte, ist gar nicht nöthig; aber die Hauptaufgabe eines Finanzmannes wäre meiner Meinung nach die, lieber Rath, Geld in Zeit der Noth zu schaffen, nicht wahr?«

»Und das vorhandene zu verwalten,« ergänzte der Rath.

»Während wir von dem letzteren Punkt vor der Hand absehen,« fuhr der Lieutenant fort, »möchte ich Sie dann bitten, mir, gegen gute Interessen natürlich, bis heute Abend zweihundert Louisd'or zu schaffen.«

Rath Frühbach sah seinen Begleiter über die Brille an und lächelte. »Da fällt mir eine Geschichte ein,« sagte er.

»Mein lieber, bester Rath,« rief der junge Officier, jetzt wahrlich nicht in der Stimmung, lange Geschichten anzuhören, »alle Ihre Erzählungen helfen mir gar nichts, wenn Sie nicht Geld schaffen können!«

»Aber sie erläutern den Fall.«

»Der Fall ist schon so klar wie Krystall; ich brauche zweihundert Louisd'or, um ein Pferd zu bezahlen. Haben Sie so viel?«