»Was Sie für häßliche Wortspiele machen,« lächelte Rebekka, leicht erröthend. »Wie kann man dahin, wo man gern gesehen ist, zu oft kommen? Das verstehe ich nicht.«
»Und wenn es nun zu oft für mich wäre?«
»Das verstehe ich wieder nicht; wenn Sie gern kommen, und ich – hätte das doch so gern geglaubt –«
»Sie sind so lieb und gut, Rebekka,« sagte der junge Mann, »daß Ihnen die Welt nur immer, wohin Sie schauen, Ihr eigenes Spiegelbild zurückwirft. O, bleiben Sie so – ich kann Ihnen nichts Weiteres wünschen!«
»Sie sprechen heute wirklich in lauter Räthseln,« sagte kopfschüttelnd das schöne Mädchen. »Aber wollen Sie nicht ablegen? Sie stehen da so mitten in der Stube – oder – war das nur ein Besuch, den Sie im Vorübergehen abmachen wollten, um vielleicht eine alte Verpflichtung einzulösen?«
»Es wäre möglich, daß es – ein Abschiedsbesuch sein sollte,« erwiederte Wendelsheim, aber wie scheu und halb abgewandt.
»Ein Abschiedsbesuch?« rief Rebekka erschreckt. »Sie wollen fort?«
»Ich – muß vielleicht – doch diese kurze Stunde wollen wir uns nicht verbittern; kommen Sie zum Instrument – wo haben Sie Ihre Lieder, daß ich noch einmal Ihre liebe Stimme höre?«
»Ich werde nicht singen können, Herr Baron.«
»Es wird schon gehen; wenn Sie Musik hören, können Sie doch nicht widerstehen.«