»Aber, liebe Frau Salomon,« lächelte Bruno, der sich gewaltsam Mühe gab, die alten Gedanken abzuschütteln, »der Degen ist so weit ganz harmlos und gehört nur mit zu meiner Uniform. Eben so wenig aber, wie ich die Epauletten ablegen dürfte, darf ich auch die Waffe von der Seite lassen!«

»Und mitten im Frieden – wer thut Ihnen denn 'was? Und Sie wollen doch auch Niemandem etwas zu Leide thun.«

»Aber der Soldat muß doch Waffen tragen!«

»Im Kriege, ja, wenn sie sich einander todtschlagen; aber wenn nun der Salomon den ganzen Tag mit einem Schleppsäbel herumgehen wollte, und über die Treppen rasseln, und unten im Laden das Porzellan damit herunterschmeißen – Gott Abraham's, wie der Salomon damit aussehen müßte! Hat er sich doch neulich einmal zum Spaß einen umgeschnallt und ist damit auf und ab gegangen, aber nicht lange, denn er kam ihm gleich zwischen die Füßcher, und beinahe wär' er damit hingefallen. Hätt' sich können Schaden thun mit dem Säbel, und wär' ihm recht geschehen, warum macht er solche Dummheiten auf seine alten Tage!«

Bruno lachte, und auch Rebekka's liebes Gesicht klärte sich wieder auf, als sie in diesem Augenblick in's Zimmer trat und ihren jungen Gast so freundlich sah.

»Und nun trinken Sie,« sagte sie, ihm Glas und Flaschen hinschiebend; »es wird Ihnen gut thun und der Kopf Ihnen wieder klar werden.«

»Aber nur auf so lange, Rebekka, bis ich Ihnen wieder in die Augen sehe.«

Das Mädchen wurde ernst. »Das ist nicht recht, Herr Baron,« sagte sie. »Erinnern Sie sich noch, als Sie das erste Mal bei uns waren und mir so viele Schmeicheleien sagten, wie sie wohl draußen bei Ihnen Sitte sind? Damals bat ich Sie so herzlich, das nicht mit mir zu thun, und Sie versprachen es mir und haben Ihr Wort ehrlich gehalten. Wollen Sie es jetzt brechen?«

»Nein, Rebekka – nein, wahrlich nicht,« seufzte der junge Mann recht aus tiefster Brust; »es sollte auch bei Gott keine fade Schmeichelei sein, es war ehrlich gemeint! Aber – Sie haben recht,« brach er kurz ab, »wir wollen wieder musiciren – kommen Sie.«

»Und wollen Sie nicht erst trinken? Das Wasser ist so frisch.«