»Sie meinen die alte Heßberger?«

Tettelberg schüttelte mit dem Kopf. »Nein, noch eine Andere – aber es ist auch ein häßlich Ding, solche alte Geschichten wieder aufzurühren und sich dann vor Gericht damit umherzutreiben. Ich wenigstens möchte nichts damit zu thun haben, auch nichts darin beschwören, denn es ist damals so viel darüber unter dem Gesinde gesprochen worden, daß man wirklich gar nicht mehr recht weiß, was man eigentlich selber gesehen oder nur gehört hat.«

»Aber von welch einer andern Person reden Sie?«

»Von der damaligen Amme des ältesten Sohnes.«

»Die ist aber mit ihrem Kinde nach Amerika gegangen.«

Der Gärtner schüttelte wieder den Kopf. »Nein,« sagte er, »sie wollte hinüber, ja, und die Köchin, die damals mit ihrer Zunge immer ein wenig flink bei der Hand war, meinte, der alte Baron hätte sie selber fortgeschickt. Aber das Schiff verunglückte an der englischen Küste, die Passagiere wurden jedoch gerettet und an Land gebracht, und jene Person trat in England in Dienst und blieb dort wohl sechzehn oder siebenzehn Jahre. In der Zeit muß sie sich aber etwas erspart haben, denn noch gar nicht so lange her ist sie mit ihrer Tochter in die hiesige Gegend zurückgezogen, nach Vollmers, von wo sie zu Hause war, und die Tochter soll dort verheirathet sein.«

»Und wie alt ist die Tochter?«

»Nun, genau so alt, wie der erste Sohn des Herrn Barons. Sie muß jetzt in's vierundzwanzigste Jahr gehen, denn gerade nach der Geburt dieses Kindes trat sie ja als Amme in den Dienst der Herrschaft.«

»Und wer hat sie dahin gebracht?«

»Ja, wer soll das wissen! Aber sie war mit der Heßbergerin dick befreundet.«