»Hutmachergesell?« frug der Gendarm lakonisch.

»Wasserdichter,« bestätigte Hasenmeier ebenso.

»Gut – können einmal meinen alten Filz wieder aufbügeln – ist ein wenig lappig geworden hier unten.«

Zacharias warf einen prüfenden Blick auf den besagten Toilette-Gegenstand und bemerkte allerdings, daß die Krempen des alten dreieckigen Filzhutes, der einmal mit silbernen Borden besetzt gewesen, eine sehr trübselige Form angenommen hatten.

»Wird mir eine Ehre sein,« erwiederte er höflich, »aber wo finde ich den Herrn Bürgermeister?«

»Ist gerade auf der Jagd,« sagte der Gendarm, »können so lange in's Wirthshaus gehen – zum goldenen Haifisch.«

»Wirthshaus?« rief Hasenmeier rasch, »alle Wetter, ist hier auch ein Wirthshaus im Ort?«

»Na, wenn ein Bürgermeister da ist, wird doch auch ein Wirthshaus da sein,« sagte der Gendarm, »gleich dort neben der Kirche – dem Haus mit dem kleinen Thurm.«

Hasenmeier schulterte vergnügt seinen Ranzen wieder und faßte seinen Knotenstock fester, denn jetzt fing ihn sein Leben an zu freuen. Das Eine nur genirte ihn, daß der Seegreis fortwährend um ihn herum schwamm, und ihn dabei immer über die Achsel ansah. Was sollte denn das eigentlich heißen? ob er sich vielleicht über ihn lustig machte, weil er sich hatte von dem Gendarmen so anfahren lassen? Bah, was verstand so ein Seegreis davon; wie Gendarmen behandelt sein wollten, das wußte er besser, und sich an den Alten gar nicht mehr kehrend, wanderte er vergnügt der bezeichneten Stelle zu.

Rechts und links standen Häuser, alle aus Korallenblöcken aufgebaut, und mit breiten Muscheln, wie mit Schindeln gedeckt. Auch Trottoirs hatte das Dorf, gar künstlich von Austernschalen gelegt, und an einer großen Oekonomie kam er ebenfalls vorüber, wo in einem mächtig breiten Stall eine Menge Seekühe mit ihren Kälbern standen, aber keinen einzigen Menschen konnte er entdecken – nirgends die Spur von Leben oder Thätigkeit, und das Ganze fing schon an ihm unheimlich vorzukommen. War das Dorf ausgestorben, und der Gendarm ganz allein zurückgeblieben?