Der Tanz hatte einen Moment aufgehört, und jetzt begann ein neuer Fandango, noch lebendiger als der vorige.

»Marequita,« flüsterte er, indem er seinen Arm um ihre Taille legte, und sie leise an sich zog, – »Du bist eine Sirene, Mädchen, und ich könnte verrückt werden, wenn ich mir nur die Möglichkeit denken müßte, Dich je wieder zu verlieren – von Dir vergessen zu sein. Sei mein, Marequita – in kurzer Zeit kehre ich zurück, und dann folgst Du mir in mein schönes Vaterland!«

Marequita sah zu ihm auf, ihre Blicke begegneten sich, aber in dem ihrigen lag vielmehr Schelmerei als Liebe – sie hob ihre Hand, und im nächsten Moment fühlte er, wie sie sich aus seinen Armen wand, zugleich aber auch seine Mütze ergriff, sich aufsetzte, und damit einem andern Tänzer entgegenhuschte, mit dem sie im nächsten Augenblick den Fandango begann. Der junge Offizier wollte ihr nach, ein alter Californier aber, der schon den ganzen Abend die rauschende Musik mit seiner kaum hörbaren Guitarre begleitet hatte, hielt ihn zurück und rief aus:

»Caramba, Señor, das geht nicht – das ist ein Recht der californischen Señioritas beim Fandango, und wenn Ihr die Mütze wieder haben wollt, müßt Ihr sie auslösen.«

»O, wie gern!« rief der junge Mann, indem er einen Ring vom Finger zog und jetzt die Zeit nicht erwarten konnte, wo die Geliebte einen Augenblick vom Tanz zurücktrat.

Marequita hatte aber nur das Zeichen zu dem neuen Scherz gegeben, denn die andern jungen Damen folgten bald ihrem Beispiel, und allerliebst sahen sie in der That in den kecken Seemannsmützen aus.

Jetzt hielt Marequita dicht an der Thür, die in das Innere des Hauses führte, und der junge Galan war im Nu an ihrer Seite.

»Meine theure Marequita,« flüsterte er ihr zu, »wie glücklich machen Sie mich, daß Sie mir Gelegenheit geben, Ihnen ein Andenken zurücklassen zu dürfen – wollen Sie es tragen?« – Und dabei schob er ihr leise den kleinen goldenen, mit einem Brillant gezierten Reif an den Finger; »darf ich, Marequita?«

Hinter Marequita trat ein Mann in einem rothwollenen Hemd in die Thür. Das braungelockte Haar hing ihm aber über eine alabasterweiße Stirn – sein Antlitz selber sah todtenfahl aus, und nur die großen dunklen Augen überflogen erstaunt den sich vor ihm öffnenden, buntgeschmückten und hellerleuchteten Raum. Da traf der letzt geflüsterte Name sein Ohr, und rasch und wie erschreckt schaute er auf das vor ihm stehende junge Paar.

Marequita erröthete tief, als sie den Ring an ihrem Finger führte, und flüsterte leise: