»Gut, Du willst einmal Deinem Kopf folgen, und und ich kann Dir da nicht weiter helfen. Aber was hast Du denn da für eine Carrikatur auf der Staffelei. Der alte Spießbürger sieht ja ebenfalls genau so aus wie Dein Teufel da an der Wand. Ist die Aehnlichkeit zufällig?«

»Ich weiß es nicht,« antwortete Ernst, indem er die beiden Bilder mit einander verglich – »wahrhaftig Du hast Recht. Ich glaube aber fast, ich habe meinem wackeren Gewürzhändler da Unrecht gethan. Nun er kommt morgen Nachmittag zu mir, und da werde ich wohl wieder in seine normalen Züge hineinfallen. Heute mag er sich so behelfen. Was ich Dich noch fragen wollte: Kennst Du Clemencens Vater persönlich?«

»Den Herrn Joulard? vom Ansehen ja – weiter nicht. Vorhin begegnete er mir auf der Straße und rannte mich fast über den Haufen, so in Gedanken vertieft war er. Der hat immer den Kopf voll von Speculationen – eine reine Rechenmaschine.«

»Ich denke, er ist sehr reich. Speculirt er denn da noch immer?«

»Das können die Börsenleute ebensowenig lassen, wie wir das Malen; es ist ihre zweite Natur geworden, und ich glaube sie würden sich zu Tode langweilen wenn sie sich nicht alle Tage wenigstens einmal eine Stunde über das Fallen oder Steigen ihrer Papiere ängstigen müßten. Das läßt uns ruhiger, nicht wahr Ernst?«

»Du magst Recht haben – ich wenigstens kenne, außer einer Banknote, kein einziges Werthpapier von Angesicht zu Angesicht. Schadet auch Nichts. Mit dem Geld kommen die Sorgen, und so lange wir haben was wir brauchen, sind wir am zufriedensten.«

»Was willst Du aber mit dem Carton machen?«

»Mit dem Blatt hier? Nun die Copie für den Major.«

»Bist Du denn wirklich des Teufels?«

»Laß mir doch meinen Spaß – ich habe mich jetzt einmal in das verhaßte Gesicht hineingelebt und fürchte fast, daß ich morgen Clemence denselben Ausdruck gebe – es wäre ein verwünschter Spaß.«