»Ich erbot mich, es selber zu thun, aber sie wies es zurück.«
»Das ist in der That sehr sonderbar und zeugt wohl von einem ganz eigenthümlichen Humor der jungen Dame, aber nicht besonders von ihrer Verehrung für den Bräutigam.«
»Sie hat sich doch keinenfalls etwas Böses dabei gedacht.«
»Wer kann wissen, was sich so ein Mädchenkopf denkt – das ist unergründlich wie der Ocean. Aber was gedenkst Du jetzt zu thun? Bleibst Du hier in M–?«
»Ich weiß es nicht – weiß auch nicht, ob ich überhaupt in der nächsten Zeit Ruhe zum Arbeiten haben werde.«
»Aber Du hast gewiß eine Mappe voll prächtiger Studien mitgebracht.«
»Das allerdings, aber die können warten. Meine Casse ist ziemlich gefüllt und ich mache vielleicht noch, ehe ich den Pinsel wieder in die Hand nehme, vorher eine kurze Reise durch Deutschland. Ich habe eine Sehnsucht nach dem Rhein.«
»Höre, Ernst, mach' keinen dummen Streich,« sagte Frank, der ihn mißtrauisch ansah – »Du hast doch nicht etwa den tollen, abenteuerlichen Plan, Deiner früheren Flamme nach Paris zu folgen?«
Trautenau schüttelte leise den Kopf. »Nein, Frank,« erwiderte er, »meine Seele denkt nicht daran. Clemence ist jetzt das Weib des Majors und kann für mich natürlich von da an nur eine Fremde sein. Ja, ich würde sogar die Stadt, in der sie wohnt, meiden, um ihr nicht wieder zu begegnen. Weshalb auch? es hieße nur alte Wunden aufreißen, um sie frisch bluten zu sehen.«
»Ist das Dein voller Ernst?«