»Und was geht das Dich an?«

»Was das mich angeht? – Mensch, Du kannst mich mit Deinen kalten Fragen zur Verzweiflung treiben. Hab' ich Dir nicht gesagt, daß ich zum Tollwerden verliebt in das Mädchen bin?«

»In die Braut des Majors? Nun, Ernst, Du hast mich um meinen Rath gebeten und den will ich Dir nicht vorenthalten. Wenn Du dem also folgen willst, so bekümmerst Du Dich um die ganze Familie von diesem Augenblick an nicht weiter, als daß Du Dein »Ideal« meinetwegen aus der Ferne anbetest, und den Major, wenn es Dir Spaß macht, als Teufel oder sonst was an die Wand malst. Darin bleibst Du vollkommen harmlos, und kein Mensch kann es Dir verwehren oder wird dadurch geschädigt. Mische Dich aber um Gottes Willen nicht in fremde Familienangelegenheiten, in denen Dir nicht das entfernteste Recht zusteht, denn daß Du dadurch etwas zu Deinen Gunsten erreichen könntest, wirst Du selber nicht glauben, um andere Menschen – kümmere Dich aber nicht, wie sich Andere auch nicht um Dich bekümmern.«

»Aber wenn Clemence in der Verbindung mit jenem Menschen elend wird –«

»Wenn sie wieder schreit und Du bist in der Nähe, so komm ihr wie damals zur Hülfe – aber früher nicht.«

»Aber dann ist es zu spät. Soll ich sie denn rettungslos zu Grunde gehen sehen?«

»Lieber Freund,« erwiederte der junge Maler, »ihr Vater ist Banquier und Du wirst mir Recht geben, wenn ich Dir sage, daß alle derartigen Leute die Augen gewöhnlich offen halten. Thun sie es nicht, so ist es ihr eigener Schade und kein Mensch weiter hat sich darum zu quälen.«

»Und Clemence?«

Frank schwieg ein paar Augenblicke und sah sinnend vor sich nieder, endlich sagte er:

»Du wirst aller Wahrscheinlichkeit nach wüthend werden, wenn ich Dir irgend etwas gegen Dein »Ideal« einwerfe, aber es geht eben nicht anders. Was ich auf dem Herzen habe muß heraus, so sollst Du denn auch meine Meinung über Deine Auserwählte hören, die allerdings nicht so günstig lautet, als Du Dir vielleicht wünschen könntest.«