Die Matrosen, meist immer gutmüthig gegen Fremde, sobald sie keine Gelegenheit mehr finden sich über sie lustig zu machen, schlugen jetzt bald das, bald jenes Schiff vor, das knapp an Mannschaft, vielleicht doch hätte bewogen werden können, ihn mitzunehmen – Zacharias schüttelte aber immer mit dem Kopf, denn auf fast allen war er schon selber gewesen, und wenn auch noch ein oder das andere da lag, auf dem er noch nicht nachgefragt, so konnte er sich doch ziemlich genau denken, welche Antwort er dort bekommen würde. – Es war nicht der Mühe werth, es auch nur zu versuchen.

»Sag' einmal Landsmann,« frug der Wirth, ein breitschultriger, blatternarbiger Gesell, mit einer blauen, goldgestickten, aber entsetzlich schmutzigen Mütze auf den scharf gekräußten braunen Haaren und dabei mit ein paar kleinen verschmitzten Augen – »wo willst Du denn eigentlich hin?«

»Fort – hinaus in die Welt,« erwiederte der wasserdichte Hutmacher – »wohin, ist mir vollkommen gleich, zu den Menschenfressern oder Kannibalen – nur die Welt möcht ich sehen, und die verfluchten Eisenbahnen los werden.«

»So?« sagte der Wirth, »na, hast Du es denn da schon auf einem Wallfischfänger versucht?«

»Auf einem Wallfischfänger?« frug Zacharias erstaunt, »was ist das?«

»Nun ein Schiff, das hinaus in die Südsee fährt und Fische fängt, und dabei an allen Inseln anlegt, die es erreichen kann.«

»Damn it!« rief da Einer der Matrosen, »da liegt gerade die »Seeschlange« draußen im Fahrwasser, vor einem Anker und will morgen früh mit der Ebbe in See gehen – die braucht noch Leute, und nimmt was sie kriegen kann.«

»Aber ich kann gar nicht angeln,« sagte Zacharias.

»Angeln – hell!« rief der Wirth, »zu angeln brauchst Du auch nicht, und die nehmen Dich mit Kußhand, denn an Bord von einem Wallfischfänger brauchen sie Leute zu allerhand und wenn's auch nur wäre, um einen Schleifstein oder Schiemannsgarn zu drehen und Feuer unter den Kesseln zu halten.«

Die anderen Matrosen stimmten dem Wirth bei. Wallfischfänger waren in der That die einzigen Schiffe, die Jeden annahmen, der sich auf ihnen verdingen wollte, und dabei am Weitesten in der Welt herumkamen. An alle Inseln, die sie nur erreichen konnten, fuhren sie hinan und segelten jetzt an der Japanischen Küste – dann wieder im Eismeer, und vier, fünf Monate später zwischen den Corallen-Inseln der Südsee herum. Das aber war gerade was Zacharias wollte, denn hätte er sich an einer bestimmten Stelle niedergelassen, so wäre ihm doch zuletzt nichts Anderes übrig geblieben, als wieder zu arbeiten, und zu diesem letzten verzweifelten Mittel, sich eine Existenz zu sichern, wurde er noch immer zeitig genug getrieben.