Die Frau kehrte zufrieden und dankbar, lachend und vergnügt nach Hause zurück und sagte zu ihrer Herrin: „Ach, Herrin, heute habe ich einen Hodscha gefunden, dessen Atem so heilkräftig war, daß mit einem Hauch mein Kopfschmerz beseitigt wurde.“

Die Herrin antwortete:

„Wo war der Hodscha? Wie wäre es, wenn du hingingest und, damit die Heftigkeit des Herrn aufhört, ihn besprechen ließest?“

Sie antwortete: [[172]]

„Das wäre nicht schlecht. Wenn wir sein Hemd besprechen ließen, wäre es vielleicht das wirksamste.“

Die Herrin schickte die Schwarze mit folgenden Worten zum Hodscha:

„Das ist ein guter Gedanke von dir. Ich werde dir ein rotes Tuch geben. Es kann auch ein Stück Kattun sein, das er des Feiertags anlegt. Geh sofort nach oben und nimm aus dem Wäschebündel ein Hemd aus Kräuselstoff und bring’ es dem gesegneten Hodscha. Gib ihm diese zwei Medschidije und sage ihm, wenn sein Atem wirkungsvoll sein wird, werden wir ihm zwei Goldstücke geben. Nicht wahr, meine liebe Hoschkadem?“

Als der Hodscha die Schwarze kommen sieht, denkt er, daß sie das ihm gegebene Geld wieder fordern will. Als er erfährt, was sie will, wird er beruhigt. Er spricht das Gebet über das Hemd und steckt die blanken Medschidije in seine Tasche.

Am Abend kehrt unser Schuhflicker mit dem Gelde, wie er noch nie in seinem Leben soviel zusammen gesehen, nach Hause zurück und denkt, daß seine Frau ihn mit Freuden aufnehmen werde.

Er kommt ans Haus und fängt an der Tür mit den Medschidije zu klappern an, um sie neugierig zu machen. Jedoch die Frau war ungeheuer fest in ihrem Entschluß. Sie kümmerte sich gar nicht um das Geld und um das Klappern. Der Mann macht soviel Lärm, jammerte und flehte, daß die Nachbarn Mitleid mit ihm hatten, aber das kümmerte die Frau gar nicht. Ihr Entschluß war gefaßt. Schließlich sah sie aus dem Fenster und sagte ihr letztes Wort: „Wenn du nicht Obersterndeuter wirst, wird dir nicht die Tür geöffnet.“