Anmerk. Nachrichten über die Gruft finden sich in der Musk. Kirchenzierde B. 716–756 und in der Anm. dazu.
„Es ruhn in dieser Kirch’ auch sonst vornehme Leichen,
Die nicht bemerket sind mit Grabe-Stein und Zeichen,
Dieweil der ganze Platz mit Ziegeln überall
Gepflastert und besetzt, gleich wie ein schöner Saal.“
Ueber die Standesherrn und deren Familien vergl. — die Adelslexica von Zedlitz, Gauhe u. s. w. — Carpzovs Ehrentempel u. A. — insbesondere: Grab- und Ehrenmale von v. Martin Francisci, Superintendent. der Erbherrsch. M., Einleitung — Leichenreden: auf Wilhelm, Burgg. z. Dohna v. M. M. Zeidler, Wittenb. 1606, auf Karl Christoph, Burgg. zu Dohna von demselben, Görlitz 1625, und d. Stationspred. v. G. Mathesius, weil. Past. zu Zibelle, Görl. 1625 — auf den Landvoigt — Con. conc. fun. D. Geieri, Theol. celeb., habit. Dresdae a. 1672 — auf dessen Sohn, C. Reinicke v. M. K. G. Engelschall — dazu: Magnatum Καρδιοκόλλα, drei Leichenreden v. Jai, Stöcker u. s. w. —
X. Die Taube des Schlosses.
Stirbt auf dem Schlosse zu Muskau ein Kind seiner Herren, fällt eine Knospe, eine Blüthe ab von dem Baume des Lebens, so zeigt sich der Sage nach oft, wenn der Todeskampf bald zu Ende ist, die weiße Taube des Friedens. Ihrer erwähnt Jacobus Stöckerus, weiland Superintendent zu Muskau, in einer von ihm 1662 gehaltenen Leichenrede „Geistlicher Brautkranz und Ehrenkron aus Pauli Lustgarten“.
Dem um die Lausitz wie um die Standesherrschaft hochverdienten Landvoigte Curt Reinicke von Callenberg wurden vier Kinder geboren. Drei derselben starben frühzeitig, unter ihnen eine Tochter an der Grenze der Kindheit und des jungfräulichen Alters. Catharina Eleonore von Callenberg war die Freude ihrer Eltern. Gesundheit, Schönheit, fröhlicher Muth, Tugend und Frömmigkeit stritten in ihr um den Preis. Rasch und reich entfaltete sich der Geist des Mädchens, am herrlichsten im Glauben und in der Liebe zum Herrn. Doch es glich einer Blume, welche der Erde entblühen und für den Himmel aufblühen sollte. Unabweisbare Todesahnungen durchzogen die kindlich reine Seele. Die Anfangsbuchstaben ihres Namens C. E. F. V. C. deutete sie also: Christi Erlösung Fördert Unsere Crönung — ein Wort, welches ihr Symbolum und später die Inschrift ihres Sarges zu Häupten wurde. Nach dem Tode ihres Bruders K. Christoph behauptete sie, daß sie ihm bald nachfolgen würde. Eine hitzige Krankheit warf sie nieder. Die Eltern flehten den Herrn um Rettung ihres Lieblinges an; aber die glaubensstarke Tochter bat die Mutter, von den Klagen und Thränen zu lassen, denn sie sei ja des Herrn. Unter den Stunden des 26. Juni 1662 war ihre Todesstunde.