In das herrliche Gemälde des Fürsten, in sein schönes, lebendes Bild, ist Muskau hineingezeichnet worden. Der Blick von dem Jetzt auf das Sonst zeigt uns die Verschiedenheit beider und den Triumph des Ersteren über das Letztere.
Herrn der Herrschaft: Ditericus de Muzcowe um 1258, s. Stenzel: Urk. z. Gesch. des Bisth. Bresl. S. 20. — Hanke v. Muskow — s. Sommersberg III, 142 — ist wohl Heinrich v. Kittlitz. — Botho v. Ileburg um 1360. Er hatte eine Schwester Heilwich, welche mit Heinrich v. Kittlitz vermählt war. Dieser erhielt Muskau, Schloß und Zugehör, als Brautschatz der Heilwich, und Kaiser Karl IV. bestätigte den Vertrag zu Nürnberg 1361, Mittw. nach Miser. Dom. S. Verz. oberl. Urk. I, 374. Scheltz: Gesch. d. Ober- u. Niederl. I, 497. Einer seiner Söhne, Johann, war Bisch. zu Meißen, ein anderer, Otto, v. 1406–1410 Landvoigt der Oberl. — Hans v. Penzig ist 1389 im Besitze der Herrsch. — Er hatte viel Streit mit denen von Hakeborn auf Priebus u. Anderen. — Hans v. Penzig zu Musca „der Junge“ ist wahrscheinlich des eben Genannten Sohn. Als 1427 ein starkes Heer gegen die Hussiten zog, wohnte er, wie auch 1428, der Heerfahrt bei. — Nickel u. Christoph v. Penzig werden 1441 zuerst genannt. — Im Jahre 1452 veräußerten die v. Penzig Muskau an Wenzeslaus v. Bieberstein, welcher Muskau den 29. Sept. 1452 mit Stadtgerechtigkeit begnadet. Er hatte im Verein mit Anderen gegen die Anhänger des Königs Georg Podiebrad zu kämpfen, welche der Umgegend von Muskau viel Schaden zufügten. Zwei derselben, Friedrich v. Schönberg u. Melchior v. Löben wehrten sich in Hoyerswerda 11 Monate lang. — Nach Wenzels Tode 1471 ist im Besitze Muskau sein Sohn Johann V. v. Bieberstein bis 1490, dann dessen Bruder Ulrich V. v. Bieberstein, welcher 1519 starb. — Siegmund v. Bieberstein starb 1545 zu Prag ohne Leibeserben. — Die Herrschaft kam an seinen Bruder Hieronymus v. Bieberstein, welcher den 30. Juni 1549 ohne männliche Erben starb. — Die Brüder desselben, Johann u. Christoph v. Bieberstein, übernehmen Muskau; doch ist der Letztere bald alleiniger Herr derselben. In seiner Jugend fanatischer Katholik, wurde er durch die Bekanntschaft mit dem Superintendenten zu Sorau, M. Joachim Belitz, ein treuer Anhänger der evang. Lehre bis zu seinem Tode den 15. December 1551. — Kaiser Ferdinand I. nahm die Herrschaft als heimgefallenes Lehen in Besitz. — Adam oder Tham Pflugk ist wohl nur kaiserl. Administrator derselben gewesen. — Georg Friedrich, Markgraf zu Brandenburg-Anspach hat Muskau v. 1552–1554 pfandweise besessen und, als die Pfandsumme nicht eingelöst wurde, 1556 abermals Besitz ergriffen bis 1558. — Fabian v. Schönaich erkaufte 1558 den 23. April die Herrsch. Muskau v. Kaiser Ferdinand I. für 45000 Gld. — Hans Georg v. Schönaich kommt 1572 als Herr v. Muskau vor. Er starb den 28. Juni 1587, wahrscheinl. kinderlos, weshalb sein Oheim, Fabian v. Schönaich, wieder Besitzer von Muskau wurde. — Kaiser Rudolph II. nahm Muskau als heimgefallenes Lehen ein — nach der Consignation der Musk. Privilegien schon am 19. Aug. 1589. — Wilhelm, Burggraf zu Dohna, soll schon den 22. Mai 1595 die Herrsch. von den kaiserlichen Commissarien übernommen, der Kauf selbst aber 1596 zu Stande gekommen sein. Das Kaufinstrument ist erst vom 17. Nov. 1597. Seine Gemahlin Catharina, geb. Burggräfin zu Dohna a. d. H. Carschen starb den 5. Mai 1609; er selbst den 24. Octbr. 1606. Kinder: Elisabeth, Wilhelm, Otto, Caspar, welche jung starben, und Carl Christoph, Burggraf zu Dohna. Dieser besaß Muskau bis zu seinem Tode den 4. Jan. 1625. Seine Gemahlin war Ursula Brigitta von der Schulenburg. Kinder: Caspar Wilhelm, welcher nur einige Monate alt wurde, und Ursula Catharina. Die Vormünder derselben, Sigismund u. Seyfried v. Kittlitz veranlaßten die Verwandlung der Herrsch. aus Lehn in Erbe. Carpz. Ehrent. II, 30. Den 11. Decbr. 1644 vermählte sie sich mit Curt Reinicke v. Callenberg, Herrn auf Wettesingen u. Westheim, Landvoigt der Oberl., gest. 7. Mai 1672. Kinder: Herrmann, Cath. Eleonore, Carl Christoph, welche den Eltern im Tode vorangingen, u. Curt Reinicke II. Reichsgraf v. Callenb., gest. den 20. April 1709. Gemahlin: Ursula Regina Freiin v. Friesen. Sechszehn Kinder, s. S. 28. Johann Alexander, Reichsgraf v. Callenberg, gest. 13. Febr. 1776. Gemahlin: Helene Mariane Charlotte, Tochter des Grafen G. F. v. Tenczin; dann Rahel Louise Henriette, Tochter Georgs, Reichsgraf v. Werthern. Vier Kinder aus zweiter Ehe, s. S. 30. — Georg Alexander Heinrich Herrmann, Reichsgraf v. Callenberg, gest. 4. Mai 1795.
Ludwig Carl Hans Erdmann, Reichsgraf v. Pückler, gest. 16. Jan. 1811. August Heinrich, Reichsgraf v. Pückler, gest. 9. Febr. 1810, Administrator der Herrschaft.
Ludwig Heinrich Herrmann, Fürst v. Pückler-Muskau. — Die Grafen Nostitz und Hatzfeld. —
Wilhelm Friedrich Carl, Prinz der Niederlande.
[C] Jacob Heinrich Rehder, des Fürsten hochverdienter Garteninspector.
Anm. d. Herausgebers.
XXII. Des Parks Erhaltung.
Oft hat es geheißen, Muskau sei verkauft worden. Der Kauf der Standesherrschaft mit ihrem herrlichen Park, dessen Erhaltung die innige Liebe zur Natur und Kunst voraussetzt, war nicht für Jeden. Während der langen Verhandlungen mit verschiedenen Käufern hat der Fürst noch über 100000 Thaler auf seine Anlagen und die Bauten verwendet in beständiger Liebe zu seiner Idee, zu seinem Werke. Welches Loos aber wird dir werden, parkumschlossenes Muskau? frug damals so Mancher, dem in den Schöpfungen des Fürsten die freudigste Erhebung geworden war, und ein Wort der Befürchtung, das einst der Gründer des Parks in der Sorge um sein Werk gesprochen, trat in die Seele. Es heißt: Tutti Frutti I, 135.