„Weil ich mich wundre, daß Sie Sich zu täuschen suchen. Sie wissen sehr wohl, welchen Werth Graf Adlercron auf Ihre Huld legt.“

„Ja, in wichtigen Dingen! aber bei solchem Plunder“ ....

„Für dies Gefühl giebt es keinen Plunder! die Krone oder der Bonbon sind von gleichem Werth.“

„Wenn ich Ihnen aber sage, daß grade von diesem Gefühl nicht die Rede ist, und daß mein Neffe, so sehr er mir auch ergeben ist, und so gern er auch Bonbon speist, dennoch lieber eine Krone von mir annimmt, als ein Schreibzeug?“

„So beklag’ ich ihn.“

„Aber das wußten Sie ja längst.“

„Wie hätte ich das wissen sollen, gnädige Frau?“ fragte Sigismund unbarmherzig.

Tosca erröthete und rief: „Sie haben mich auf einen guten Einfall gebracht! ich werde Bonbon für Ignaz kaufen. Er ißt leidenschaftlich gern Bonbon. Begreifen Sie diese Liebhaberei?“

„Jede Liebhaberei ist schwer zu begreifen, wenn man sie nicht theilt; indessen scheint sie mir doch viel unschuldiger, als für den Wein z. B., oder für Cigarren, oder für Schnupftaback.“

„Ach!“ rief sie lachend, „die Unschuld ist so entsetzlich unpassend für einen Mann! Ja, ja! ich spreche ernsthaft. Es giebt allerlei kleine Dinge, die ihm nicht gut stehen, und die er den unschuldigen Kindern oder den schwachen Frauen überlassen muß.“