„Gut! o gut, daß Sie da sind! nicht wahr, Sie sind Jurist, da können Sie ein Testament machen.“
„Mein eignes nur, gnädige Frau,“ entgegnete er fast verächtlich.
„Also nicht das meine?“ fragte sie traurig.
„Das Ihre!“ rief er überrascht; „aber dies ist ja gar nicht der Moment, um an das Ihre zu denken.“
„Sie meinen, an das meines Mannes,“ sagte sie und die Thränen rollten ihr langsam aus den Augen; „das ist längst gemacht, und ich weiß auch wie: ich bin seine alleinige Erbin. Aber eben darum will ich das meinige machen, oder vielmehr eine Donation“ .... —
„Eine Donation?“ rief er noch überraschter.
„Ja, des ganzen Vermögens, an Graf Ignaz.“
„Ah so!“ sagte Sigismund wieder abgekühlt.
„Denn sonst giebt es einen entsetzlichen Prozeß gegen mich von Seiten der Adlercronschen Familie, spricht Ignaz“ — fuhr sie fort und weinte heftiger — „und Sie sehen doch wol ein, daß ich mich nicht am Todbette und über dem Grabe meines Mannes um sein Vermögen mit seinen Verwandten zanken werde.“
„Und deshalb wollen Sie das ganze Vermögen an Graf Adlercron abtreten?“ fragte Sigismund mit dem höchsten Erstaunen.